1. FC Nürnberg fertigt Heidenheim ab
Nürnbergs Nikola Dovedan (l) und Heidenheims Jan Schöppner
Nürnbergs Nikola Dovedan (l) kämpft mit Heidenheims Jan Schöppner um den Ball.
Foto: Daniel Karmann/dpa
Nürnberg – Der 1. FC Nürnberg hat sich mit seinem höchsten Saisonsieg in der Aufstiegsregion der 2. Fußball-Bundesliga festgesetzt. Angetrieben vom doppelten Vorlagengeber Lino Tempelmann bezwangen die Franken am Samstag vor 23 056 Zuschauern den 1. FC Heidenheim eindrucksvoll mit 4:0 (1:0) und blieben schon zum siebten Mal in dieser Spielzeit ohne Gegentreffer.

Das Sonderlob von seinem Trainer Robert Klauß hatte sich Nürnbergs Dauerläufer Lino Tempelmann verdient. Mit zwei Torvorlagen und vielen kraftvollen Antritten führte der Mittelfeldspieler die in der 2. Fußball-Bundesliga weiter ungeschlagenen Franken zum höchsten Saisonsieg. «Er hat wirklich ein super Spiel gemacht», lobte Klauß den 22-Jährigen nach dem eindrucksvollen 4:0 (1:0) gegen den 1. FC Heidenheim und schwärmte von dessen «extremer Dynamik».

«Wir haben ein bisschen gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Mit der Dauer des Spiels wurde es immer besser. Auf dem Platz in der zweiten Halbzeit hat es sich einfach nur geil angefühlt», sagte der emsige Tempelmann, der am Samstag «natürlich happy» über seine zwei Vorlagen war. «Wir haben gezeigt, wie wir Fußball spielen können. Mit den Fans im Rücken hat es einfach nur Spaß gemacht.»

Die Zuschauer im Max-Morlock-Stadion bekamen schon richtig Laune auf die Bundesliga und skandierten: «Nie mehr 2. Liga.» Mit seinem fünften Dreier hat sich der «Club» zumindest ganz oben festgesetzt. «Wir sind total euphorisch», meinte Tempelmann, der vom SC Freiburg ausgeliehen ist. Die Nürnberger müssen aber am Dienstag (20.45 Uhr) im DFB-Pokal gleich wieder gegen den Hamburger SV ran.

Wie steht es um die Gefahr abzuheben? «Generell ist unsere Mannschaft keine Mannschaft, die dazu neigt, falsche Schlüsse zu ziehen oder zu viel zu träumen», sagte Klauß nach dem siebten Zu-Null-Spiel seines Teams in dieser Saison. Seine Spieler könnte ihre Leistungen «schon realistisch» einschätzen.

Der Start der Nürnberger vor 23 056 Zuschauern war fast schon gewohnt zäh - dafür ging es Ende der ersten Hälfte so richtig ab. Erst zielte Erik Schuranow nach einer gekonnten Ablage von Nikola Dovedan am rechten Pfosten vorbei, dann sorgte Mats Möller Daehli in der 45. Minute doch für den ersten Franken-Jubel. Tempelmann bediente den im Rückraum lauernden Norweger, der aus 17 Metern traf.

Mit dem 2:0 durch Schuranow (52.), der bei seinem wuchtigen Rechtsschuss im Strafraum erneut von Tempelmanns Vorarbeit profitierte, wuchs das Selbstvertrauen der Nürnberger weiter. Sie hatten allerdings auch zweimal bei Kopfbällen von Heidenheims Stürmer Tim Kleindienst (45.+2, 63.) etwas Glück.

«Nach dem 2:0 hat es Spaß gemacht, wie die Jungs weiter nach vorne gespielt haben», lobte Klauß und freute sich über die «Beschwingtheit und Leichtigkeit» im Spiel seiner Mannschaft. «Das war gut anzusehen», und habe eben «nicht nur nach harter Arbeit» ausgesehen, sondern sich auch gut angefühlt.

Die Lücken in der Heidenheimer Defensive wurden danach immer riesiger. Ein Freistoßtreffer von Johannes Geis (66.) und ein Eigentor von Maurice Malone (89.) rundeten den erfolgreichen Fußball-Nachmittag für den «Club» ab. «Es fühlt sich super an, es tut sehr gut, auch mal ein Spiel früh entschieden zu haben», sagte Kapitän Enrico Valentini. «Ich nehme es mit, wir wissen aber auch, dass noch nicht alles perfekt läuft.»

© dpa-infocom, dpa:211023-99-707999/4

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