Bauarbeiten für Donau-Polder Sand-Entau hat begonnen
Donau
Blick auf das Donauufer.
Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild
Entau – Auf einer Länge von rund 14 Kilometern hat an der Donau zwischen Straubing und Deggendorf der Bau des Flutpolders Sand-Entau begonnen. «Die Donau ist die Lebensader Bayerns. Gleichzeitig kann sie bei Hochwasser zur Lebensgefahr werden. Der Polder Sand-Entau ist eine Win-Win-Win-Maßnahme: Wir schützen die Menschen vor Ort vor einem 100-jährlichen Hochwasser», sagte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) am Donnerstag beim offiziellen Spatenstich in Entau (Landkreis Straubing-Bogen).

Die Baumaßnahme - so Glauber weiter - schütze durch den Erhalt von natürlichem Rückhalteraum auch die Unterlieger, und auch die Natur werde von dem Projekt profitieren. Der Schutz im Donauabschnitt Sand-Entau besteht insbesondere aus Deichrückverlegungen, Deicherhöhungen und Deichneubauten. Die Baumaßnahme hat ein Gesamtvolumen von rund 65 Millionen Euro. Sie wird vom Freistaat Bayern, dem Bund und den von den Maßnahmen profitierenden Kommunen Aiterhofen und Irlbach finanziert.

Neben dem Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis wird mit dem Polderbau ein natürlicher Rückhalteraum an der Donau auf einer Fläche von rund 12 Millionen Kubikmetern erhalten. Auch in den Poldern Sulzbach, Offenberg/Metten und Steinkirchen laufen die Arbeiten den Angaben zufolge bereits auf Hochtouren.

Insgesamt zwei Milliarden Euro sollen im Rahmen des laufenden Gewässer-Aktionsprogramms bis Ende 2030 investiert werden. Weitere 150 000 Menschen sollen damit in Bayern gezielt vor einem Jahrhunderthochwasser geschützt werden.

Über den Bau und Nutzen von Flutpoldern an der Donau war in den vergangenen Jahren immer wieder viel gestritten worden. Im Juli beschloss das Kabinett dann den Bau, nachdem eine Studie ihren Nutzen für den Hochwasserschutz als alternativlos bezeichnet hatte.

Flutpolder sind Rückhaltebecken, die im Fall eines drohenden Hochwassers geflutet werden und so erhebliche Wassermassen aus den Flüssen nehmen. Somit können in flussabwärts liegenden Regionen Überschwemmungen verhindert oder abgemildert werden.

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