Bischöfe
Marx warnt vor Trennung von Krise und Reformen
Reinhard Marx
Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising.
Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild
München – Kardinal Reinhard Marx hat davor gewarnt, die derzeitige Krise der katholischen Kirche von Reformen zu trennen. «Viele denken, dass wir natürlich administrativ alles tun müssten, um bessere Wege zu finden, aber das habe nichts mit der Reform der Kirche zu tun. Da bin ich dezidiert anderer Meinung», sagte der Erzbischof von München und Freising bei der Vollversammlung des Diözesanrats der Katholiken am Samstag in München.

Marx nannte hier die Missbrauchskrise, die nicht einfach verschwinden werde und in einen größeren Zusammenhang gestellt werden müsse. Das von der Erzdiözese in Auftrag gegebene neue Missbrauchsgutachten sei dabei «ein unverzichtbarer Baustein, aber es ist nicht die Aufarbeitung. Es muss weiter gehen».

Für seine Zukunft als Bischof hätten ihn nach seinem Rücktrittsangebot an Papst Franziskus Hunderte – «meist sehr positive und bestärkende» – Zuschriften ermutigt. Er wünsche sich, «dass die Krise nicht dazu führt, dass wir aufgeben, sondern lernen, dass wir weiter gehen, dass wir tiefer schauen».

Marx hatte wegen des Missbrauchsskandals in der Kirche Anfang Juni seinen Amtsverzicht angeboten, Papst Franziskus lehnte seinen Rücktritt aber ab.

© dpa-infocom, dpa:211017-99-629254/2