Haus Wittelsbach
Neue Reinigungsmethode für Wittelsbacher Kaiserkutsche
München – Bei der Reinigung der prunkvollen Krönungskutsche von Kaiser Karl VII. (1697-1745) setzt das Marstallmuseum in München auf einen neuartigen Schaum. Das von den Universitäten Stuttgart und Straßburg entwickelte Mittel entferne den Schmutz gründlich und sei auch für hochempfindliche Flächen geeignet, teilte am Montag die Bayerische Schlösserverwaltung in München mit. Nach dem Aufsprühen seien die Bläschen des Schaums ständig in Bewegung und nähmen so Staub und Fett auf, anschließend werde alles abgesaugt.

Bis Mitte November können Besucher des Museums im Schloss Nymphenburg bei der Reinigung der Prachtkarosse zusehen. Bayerns Kurfürst Karl Albrecht war damit in Frankfurt eingezogen, als er 1742 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt wurde.

Die Schlösserverwaltung beschreibt das Gefährt als fahrbaren Thron mit großen Glasfenstern, kostbar bestickten Textilien und vergoldeten Bronzen. Gebaut wurde es den Angaben zufolge um 1721 in Paris. 100.000 Rheinische Gulden habe der Herrscher dafür gezahlt - eine Summe, für die selbst ein hochrangiger Hofangestellter wie ein Oberstallmeister neun Jahresgehälter hätte sparen müssen.

Das Marstallmuseum beherbergt mehr als 40 Kutschen und Schlitten der Wittelsbacher. Bislang habe man diese vorwiegend trocken gereinigt und abgestaubt.

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