Rückversicherer erwarten Preisanstieg nach Flutkatastrophe
München/Hannover – Die versicherten Schäden bei der Hochwasserkatastrophe im Sommer sind hoch. Das hat nun Folgen auch bein den Rückversicherern.

Die zwei großen deutschen Rückversicherer erwarten steigende Preise in ihrer Branche. Sowohl die Munich Re als auch die Hannover Rück machten dafür am Montag die Flutkatastrophe des Sommers verantwortlich, die in mehreren Ländern verheerende Schäden angerichtet hatte. Ein weiterer Faktor ist nach Einschätzung der Munich Re die kräftig gestiegene Inflationsrate. «Die steigenden Preise bei vielen Wirtschaftsgütern und die jüngsten Großschäden sprechen für spürbar steigende Rückversicherungsraten in Europa», sagte Munich Re-Vorstandsmitglied Doris Höpke am Montag.

Rückversicherungen sind die Unternehmen, bei denen sich Erstversicherer wie die Allianz oder die Axa ihrerseits versichern. Die Rückversicherungsbranche trifft sich üblicherweise im Oktober in Baden-Baden, um mit ihren Kunden die Konditionen für das folgende Jahr auszuloten. Wegen der Pandemie finden die Beratungen wie schon 2020 zum großen Teil online statt.

«Das Jahr 2021 wird nach den schrecklichen Unwetterkatastrophen im Juni und Juli eines der schadenträchtigsten Jahre im deutschen Markt werden», sagte der Chef der deutschen Hannover-Rück-Tochter E+S Rück, Michael Pickel. Nach den Schäden durch die Pandemie erforderten die jüngsten Unwetterschäden, die Niedrigzinsen und die steigenden Preise im Baugewerbe eine spürbare Erhöhung der Rückversicherungspreise.

Die Hannover Rück geht davon aus, dass die Flutkatastrophe im Juli allein in Deutschland versicherte Schäden von deutlich mehr als acht Milliarden Euro verursachte, die Munich Re geht von sieben Milliarden aus.

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