Pandemie
Söder bringt schärfere Maßnahmen ins Spiel
Ministerpräsident Markus Söder hat schärfere Corona-Maßnahmen ins Gespräch gebracht.
Ministerpräsident Markus Söder hat schärfere Corona-Maßnahmen ins Gespräch gebracht.
Foto: Sven Hoppe/dpa
München – Nachdem die Inzidenzen im Freistaat seit Wochen wieder steigen, kündigte der Ministerpräsident am Donnerstag mögliche strengere Regeln an.

Markus Söder (CSU) hat überraschend strengere Corona-Regeln für Bayern ins Spiel gebracht. So müsse man mit Schulbeginn nach den Allerheiligenferien am 8. November „wieder von einer Maskenpflicht im Klassenzimmer ausgehen“, erklärte Söder am Donnerstagnachmittag. Hier sei „die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir das bayernweit machen“, sagte der Ministerpräsident.

Schutz im Klassenzimmer

Endgültig soll dies aber erst in einer Kabinettsitzung in der nächsten Woche entschieden werden. Auch die mögliche Dauer einer neuen Maskenpflicht im Klassenzimmer ließ er zunächst offen.

Die Maske sei die einfachste und schnellste Form des Corona-Schutzes, sagte Söder. Angesichts aktuell zum Teil sehr hohen Zahlen von Corona-Neuinfektionen gerade bei Kindern und Jugendlichen sei dieser Schutz auch im Klassenzimmer deshalb wieder nötig.

In Bayern hatte nach den Sommerferien eine allgemeine Maskenpflicht für Schüler auch am Sitzplatz gegolten. Diese Pflicht war erst Anfang Oktober aufgehoben worden.

3G-Plus statt 3G?

Speziell für regionale Corona-Hotspots will Söder außerdem eine Ablösung der 3G-Regel durch die Regel 3G-Plus diskutieren. Das würde bedeuten: Überall dort, wo bislang Geimpfte, Getestete oder Genesene (3G) Zutritt haben – etwa in der Gastronomie, Kinos, Theatern oder in Friseursalons – dürften dann nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete, die einen negativen PCR-Test vorlegen können, bedient werden.

In Clubs und Diskotheken, wo von einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgegangen wird und deshalb jetzt schon die Regel 3G-Plus gilt, könnte sogar eine verpflichtende 2G-Regel eingeführt werden. Dann wäre dort nur noch geimpften und genesenen Besuchern der Zutritt erlaubt. Zudem kündigte Söder mehr Kontrollen der Einhaltung der verschärften Zugangsregeln etwa in der Gastronomie an.

Welche Kriterien eine Region zu einem „Hotspot“ mit härteren Corona-Regeln machen sollen, ließ Söder jedoch zunächst offen: Die Verschärfungen seien vor allem dort nötig, „wo die Krankenhäuser volllaufen“, sagte er nur. Offenbar erwägt die Staatsregierung, die bislang nur bayernweit geltende „Krankenhaus-Ampel“ mit regionalen Schwellenwerten – etwa für Corona-Patienten in regionalen Intensivstationen – zu ergänzen.

Priorität liegt auf Schulen und Kliniken

Zuletzt ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern stark angestiegen: Sie lag am Donnerstag landesweit bei einem Wert von gut 208 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner. Bundesweit ist die Corona-Lage nur noch in Sachsen und Thüringen schlechter als in Bayern. Priorität müsse deshalb nun haben, die Schulen offen zu halten und die Versorgung in den Kliniken auch für Nicht-Corona-Patienten sicherzustellen, erklärte Söder.

Einen neuen Lockdown in Bayern schloss Söder allerdings auch für Ungeimpfte erneut aus. Klar sei aber, dass angesichts der vergleichsweise niedrigen Impfquote und der hohen Zahl vor allem Ungeimpfter unter den Neu-Infizierten „die Unzufriedenheit der Geimpften wächst“. Söder forderte deshalb einen neuen „Impf-Ruck“ für Bayern: „Denn Fakt ist: Dort, wo die Infektionszahlen am Höchsten sind, sind die Impfquoten am Niedrigsten“, sagte er.

Notwendig sei zudem, die Zahl der dritten „Booster“-Impfungen vor allem bei Älteren schnell voranzubringen. Bayern erwäge hier sogar, allen Geimpften nach sechs Monaten „die dritte Impfung unabhängig von einer Altersgrenze zu empfehlen“.

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