Mord in Bayreuth
«Soko Radweg»: Polizei prüft mögliche Verbindung
«Soko Radweg»
Ein Holzkreuz erinnert an den Mann, der im Sommer 2020 auf seinem Rad angegriffen und getötet wurde.
Foto: Gregor Bauernfeind/dpa/Archiv
Bayreuth/Erlangen/Nürnberg – Die Ermittler suchen weiter nach einer heißen Spur zum Fall des in Bayreuth getöteten 24-Jährigen. Besteht ein Zusammenhang mit einem Nürnberger Fall?

Im Fall des 2020 in Bayreuth getöteten 24-Jährigen gehen die Ermittler einer möglichen Verbindung zu einem Fall in Erlangen nach, bei dem ein psychisch auffälliger 33-Jähriger nach einem Hammerangriff festgenommen worden war. Es sei eine Überprüfung, wie es viele gebe, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken am Donnerstag. Auch die Festnahme eines 47-Jährigen in Nürnberg beschäftigt die Ermittler - denn auch hier geht es um einen Hammerwurf.

In der Nacht vom 18. auf den 19. August 2020 war der 24-jährige Mann in einem Bayreuther Stadtteil mit seinem Fahrrad unterwegs gewesen, als er im Dunkeln mit einem Messer angegriffen und «mit absolutem Tötungswillen» umgebracht wurde. Die Ermittler der «Soko Radweg» fanden am Tatort einen Hammerkopf. Außerdem erstellte ein Profiler der Kriminalpolizei mögliche Täterprofile. Denkbar ist demnach: Der Täter könnte in einer «psychischen Auffälligkeit» gehandelt haben.

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Diese Parallelen zum Erlanger Fall würden derzeit überprüft, sagte der Polizeisprecher am Donnerstag. Ein 16-Jähriger war dort am Dienstagabend nach Einbruch der Dunkelheit mit seinem Rad unterwegs gewesen, als sich ein vor ihm gehender Mann unvermittelt umdrehte und einen Vorschlaghammer in seine Richtung warf. Der 33 Jahre alte Tatverdächtige wurde kurz darauf festgenommen. Er sei offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand gewesen und in eine Fachklinik gebracht worden. Zur Tat habe er sich noch nicht geäußert.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken betonte, der Mann sei wegen der Tat in Erlangen festgenommen worden und nicht etwa wegen eines Verdachts, die Tat in Bayreuth begangen zu haben. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

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Am Donnerstag meldete die Polizei zudem eine Festnahme in einem anderen Hammerwurf-Fall in Nürnberg: Ein 47-Jähriger soll am Montagabend einen Hammer durch ein Fenster einer U-Bahn geschleudert und dabei eine Frau nur knapp verfehlt haben. Ihm wird versuchter Mord vorgeworfen, er sitzt seit Donnerstag in Untersuchungshaft, wie die Polizei mitteilte. Das Motiv war zunächst unklar: Der Mann habe sich weder bei der Polizei noch vor dem Ermittlungsrichter zur Sache geäußert.

Auch hier überprüfen Ermittler der «Soko Radweg» in Bayreuth nun, ob es einen Zusammenhang zu dem Mordfall vom August 2020 geben könnte. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken sagte, der Vorfall in Nürnberg falle ins Raster, man spreche aber nicht von einer neuen heißen Spur.