Getreide
Bayerns Landwirte müssen sich Klimawandel anpassen
Landwirt düngt sein Feld
Ein Landwirt düngt vor dem wolkigen Morgenhimmel sein Feld.
Foto: Federico Gambarini/dpa/Archivbild
Grub – Bayerns Landwirte müssen ihre Anbautechniken und ihre Pflanzen an veränderte klimatische Bedingungen anpassen. «Die Landwirtschaft und insbesondere der Pflanzenbau sind vom Klimawandel direkt und unmittelbar betroffen. Der Pflanzenbau ist zugleich aber auch Teil der Lösung», sagte Stephan Sedlmayer, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), am Mittwoch in Grub (Landkreis Ebersberg).

Vielversprechende Lösungsansätze seien eine klimaschonende Lebensmittelerzeugung, regionale Versorgung mit kurzen Transportwegen, aber auch der Trend zu Bioenergie und zu nachwachsenden Rohstoffen, sagte Sedlmayer auf der Jahrestagung der LfL. Experten präsentierten dabei dieses Szenario: Die Wasserknappheit werde vor allem im Norden Bayerns weiter zunehmen, die Pflanzen seien Hitzestress ausgesetzt, insgesamt sei mit häufigeren Stürmen oder Hagelschauern zu rechnen.

Die Prognose sagt zudem eine Halbierung der Frosttage bis 2050 voraus. Die Vegetation beginne damit zwar früher, allerdings sei später Frost immer noch möglich - mit dann größeren Schäden. «Die Frostgefahr bleibt», sagte Peter Doleschel, Leiter des LfL-Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung. Versuche zeigten aber, dass im Hinblick auf klimatische Veränderungen bei Getreide zunächst keine Ertragsrückgänge zu erwarten seien.

Landwirte müssten Wasser, Nährstoffe und Pflanzenschutzmittel sparsam einsetzen, zum Schutz für Pflanzen, Umwelt und Natur, betonte Sedlmayer. Unter anderem setzten Landwirte schon jetzt auf präzise Wetterdaten. Damit ließe sich zum Beispiel ermitteln, ob das Wetter zu Pilzkrankheiten im Getreide führt.

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