Bauwillige werden verprellt
Auch in dem beschaulichen Wallersberg, das über dem Kleinziegenfelder Tal thront, gibt es Probleme bei Bauanfragen.
Auch in dem beschaulichen Wallersberg, das über dem Kleinziegenfelder Tal thront, gibt es Probleme bei Bauanfragen.
Foto: R. Dietz
Weismain – Stadtrat  Einer Bauvoranfrage wurde zugestimmt. Das gefällt nicht allen, denn das Vorhaben befände sich im Außenbereich.

Der Stadtrat von Weismain musste sich in seienr jüngsten Sitzung mit zahlreichen Bauvoranfragen befassen. Eine davon wurde Mittelpunkt der Sitzung. Dabei ging es um eine Bauvoranfrage für den Neubau eines Wohngebäudes mit Doppelgarage in Wallersberg. Dieses Vorhaben befindet sich im Außenbereich in einem Gebiet ohne Bebauungsplan.

Laut Landratsamt Lichtenfels sei eine Bebauung im rückwärtigen Bereich der angefragten Flurnummer der Gemarkung Wallersberg im Rahmen eines Einzelbauvorhabens nicht möglich. Das Landratsamt Lichtenfels weist zudem darauf hin, dass der vorgesehene Standort sich nicht innerhalb des im Zusammenhang bebauten Ortsteils befindet, sondern nur an ein einzelnes Wohnhaus angrenzt. Außerdem handele es sich aufgrund der Entfernungen zu den anderen Gebäuden auch nicht um eine Baulücke.

Eine Genehmigung scheitere aber bereits am Widerspruch zu den Darstellungen des Flächennutzungsplans, der in diesem Bereich landwirtschaftliche Nutzflächen vorsieht. Johannes Ruß (CSU) fand es schade, dass in einem Ort mit 50 Einwohnern eine junge Familie nicht bauen dürfe, weil gesetzliche Vorgaben da seien, die niemanden berühren. So würden Bauwillige in Weismain einfach nur verprell. Julia Spörlein (CSU) und Janine Brunecker (FW/GUB) sahen die Begründung des Landratsamtes als nicht nachvollziehbar an. Michael Dreiseitel (SPD) meinte, dass es bei der Sache Pro und Contra gebe: Inwieweit könnten Präzedenzfälle geschaffen werden?

Bernd Detsch (BB) machte den Vorschlag, sich mit der Stadt, dem Antragsteller und dem Landratsamt die Gegebenheiten bei einem Ortstermin anzusehen und eventuelle Möglichkeiten zu erörtern. Mit der Gegenstimme von Ursula Gommelt (Die Grünen) wurde das gemeindliche Einvernehmen zu einem möglichen Bau erteilt.

Satzung den neuen Tatsachen anpassen

Die Sanierungssatzung für das Sanierungsgebiet „Altstadt Weismain“ wurde aufgehoben und einstimmig für eine neue Satzung votiert, die das Sanierungsgebiet „Altstadt Weismain“ festlegen soll. Es wurde festgestellt, dass die Ziele aus der 1982 erlassenen Satzung zu Sanierungen in der Stadt Weismain nicht mehr gegeben sind. Deshalb soll nun aus der alten Satzung eine den Gegebenheiten neu angepasste Sanierungssatzung entstehen. Die Verwaltung wurde beauftragt, alle weiteren Schritte zum Erlass dieser Sanierungssatzung einzuleiten und ein geeignetes Büro mit der Erarbeitung aller erforderlichen Grundlagen zu beauftragen.

Sehr kritisch sehen die meisten Stadträten die Bauvoranfrage auf Neubau eines Vollsortiment-Markts in der Burgkunstadter Straße in Weismain. Zufahrten und Parkplätze seien sicherlich nicht gerade perfekt ausgewiesen.

Bei einer möglichen Zustimmung wurde sogar über eine Bevorzugung des Antragstellers diskutiert. Rudi Dück (CSU) fragte, ob die Planungen auch rechtlich in Ordnung seien. Dennoch wurde letztlich mit 13:3 Stimmen das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Weiterverfolgt wird ein Antrag der SPD-Fraktion. Es solle geprüft werden, ob Ersatzmöglichkeiten für den städtischen Bauhof gegeben sind. Es gebe Erneuerungsbedarf, gerade was die Sicherheit angehe. Auch sonst liege inzwischen bautechnisch einiges im Argen. Bürgermeister Matthias Müller versprach, dass dieses Thema in einer der nächsten Sitzungen intensiver behandelt werde.