Nachruf
Burgkunstadt verliert ein Stück seines sozialen Gewissens
Rudi Mahlzahn
Rudi Mahlzahn
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Burgkunstadt – Kurz vor seinem 92. Geburtstag verstarb der Träger der goldenen Ehrenmedaille der Stadt Burgkunstadt und der Willy-Brandt-Medaille der SPD, Rudi Mahlz...

Kurz vor seinem 92. Geburtstag verstarb der Träger der goldenen Ehrenmedaille der Stadt Burgkunstadt und der Willy-Brandt-Medaille der SPD, Rudi Mahlzahn. Die Auszeichnungen und Ehrungen, die ihm zuteil wurden, könnte man sicherlich sehr weit ausführen, so bei der Arbeiterwohlfahrt oder dem ehemaligen Turn- und Chorverein.

Mit Rudi Mahlzahn verliert die Stadt Burgkunstadt einen Mitbürger, der ein leuchtendes Beispiel für soziales Wirken im persönlichen Bereich gewesen ist. So war er in seinem Leben, soweit es ihm möglich war, immer aktiv und hat sich stets für andere engagiert.

In den Kriegswirren 1944 musste Rudi Mahlzahn mit seinen Eltern aus seiner schlesischen Heimat fliehen, obwohl er gerade eine Maurerausbildung begonnen hatte. In Burgkunstadt baute er mit seiner Frau in der Elbinger-Straße ein Eigenheim.

Da es im Nachkriegsdeutschland für Flüchtlinge nicht immer leicht war, kümmerte sich der sozial eingestellt Rudi Mahlzahn um mehr Gerechtigkeit. So kam er zur Burgkunstadter SPD, wo er 72 Jahre Mitglied gewesen ist. 35 Jahre war er als deren Vorsitzender tätig und wurde dafür zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Mit ihm an der Spitze war Burgkunstadt lange eine SPD-Hochburg, wo auch hochrangige Politiker zu Gast waren.

Doch für den klassischen Arbeiter standen der Mensch und das Engagement im Mittelpunkt. Wer die Hilfe von Rudi Malzahn benötigte, durfte dieser sicher sein. So gehörte er 24 Jahre lang dem Burgkunstadter Stadtrat an. 30 Jahre war er als Kreisrat für die Bürger tätig. Auch war er nach der Grenzöffnung und dem Mauerfall ein wesentlicher Bestandteil der Städtepartnerschaft von Burgkunstadt zu Ehrenfriedersdorf, die er mit angeschoben hatte.

Bis zuletzt war ihm sein ganz eigener Humor immer erhalten geblieben und man fühlte sich in seiner Umgebung sehr wohl. Mit Dankbarkeit nehmen nun alle, die ihn gekannt haben, Abschied von einem Stück sozialem Gewissen seiner Heimat Burgkunstadt. rdi