Die Ernte teilen auf dem Jura
Scheßlitz – Die ILE Jura Scheßlitz zeitigt erste Früchte. Geplant ist etwa eine Solidarische Landwirtschaft einzurichten.

In der jüngsten Scheßlitzer Stadtratssitzung berichteten die beiden ILE-Umsetzungsbegleiter zum aktuellen Sachstand. Bei der ILE (Integrierte ländliche Entwicklung) Jura Scheßlitz handelt es sich um eine Arbeitsgemeinschaft der Kommunen Königsfeld, Scheßlitz, Stadelhofen und Wattendorf mit dem Ziel „die Attraktivität der beteiligten Kommunen als Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum zu erhalten und zu erhöhen“, wie der Homepage der Stadt Scheßlitz zu entnehmen ist.

Mandy Baum, seit Februar dabei und Geschäftsführerin der ILE Jura Scheßlitz, sowie ihr Mitarbeiter Thomas Hüppe gaben einen Überblick zu Projektmodulen, Umsetzungsstatus und Schwerpunkten in diesem Jahr. Nach der Aufbruchsveranstaltung Ende 2019 und Gründung des Vereins zur Erreichung der Ziele wurden im vergangenen Jahr Organisationsstruktur und Umsetzungsbegleitung eingerichtet sowie mit ersten Projekten begonnen. Neben der Erstellung einer für alle Bürger leicht zugänglichen zeitgemäßen Informations- und Kommunikationsplattform im Internet mit Schaffung von Social-Media-Kanälen und Öffentlichkeitsarbeit ist das ILE-Marketing in Arbeit. Denn was nützt das beste Angebot, wenn es keiner kennt. Und Angebote wird es einige in den nächsten Jahren geben.

Regionalvermarktung stärken

Ein Schwerpunkt in diesem Jahr ist laut Mandy Baum die Stärkung der Regionalvermarktung. In Kooperation mit der Öko-Modellregion Obermain Jura ist geplant, eine „SoLaWi“ (Solidarische Landwirtschaft) im ILE-Gebiet (Scheßlitz, Königsfeld, Wattendorf, Stadelhofen) einzurichten. Vor dem Hintergrund des in der Bevölkerung wachsenden Bewusstseins „über die Qualität der Versorgung mit frischen und regionalen Produkten“ soll so mit den Bürgern vor Ort Neues gestaltet werden. Dafür werden aktuell seitens der ILE noch eine Fläche (mindestens 0,5 Hektar mit Bewässerungsmöglichkeiten), ein Landwirt oder ein Gärtner, interessierte Ernteteiler und vor allem ein aktives Netzwerk gesucht. „Bis zum Sommer wollen wir auf der Infoveranstaltung das Netzwerk aufgebaut haben. Im Stadtrat bekamen wir diesbezüglich positive Rückmeldung“, so Mandy Baum.

Angesichts allerorts zu beobachtendem Verrotten von Obst unter nicht abgeleerten Bäumen einerseits und unberechtigtem Pflücken andererseits ist die Ausweisung und Markierung von „Probierbäumchen“ eine schöne Idee zur sinnvollen Verwertung von Obst. Das wird sicher nicht nur von der heimischen Bevölkerung, sondern auch von Wanderern und Radfahrern, die in der Region unterwegs sind, erfreut angenommen. Auch dazu gibt es eine Bitte an die Bürger, die solche Bäume besitzen, sich bei der ILE Jura Scheßlitz zu melden, damit diese Obstbäume im Sommer mit „Probierbäumchen“-Markierungen kenntlich gemacht werden.

Das Projekt „Kernwegenetzkonzept erstellen und umsetzen“ hat das Ziel überörtliche, übergeordnete Wegeverbindungen mit besonderer Erschließungsfunktion zu bauen. Nach den Vorbereitungen arbeiten hieran bereits die Planer. Bis Ende des Jahres soll das Konzept erstellt sein, auf dessen Grundlage dann die Umsetzung erfolgen soll.

Erschließung der Waldflächen

Neben vielen anderen Maßnahmen, wie der Konzeption eines Gutscheinheftes und der Erhaltung von „Braukultur und Dorfgasthäusern“ in der Region, liegt ein weiterer Aktionsschwerpunkt beim Projekt „Waldflächen erschließen: Wegebau und Waldneuordnung“. Noch bis Mitte 2021 sollen alle in Betracht kommenden Flächen zusammengestellt sein. Es wird angestrebt, im Jahr 2021 gemeinsam mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken die Art des Verfahrens festzulegen, auf dessen Grundlage die weitere Bearbeitung erfolgt, so die Geschäftsführerin der ILE.