Ehre, wem Ehre gebührt
Die neuen Ehrenbürger von Scheßlitz: Franz Zenk (l.) und Rainer Kretschmer (r.) mit dem amtierenden Ersten Bürgermeister Roland Kauper
Die neuen Ehrenbürger von Scheßlitz: Franz Zenk (l.) und Rainer Kretschmer (r.) mit dem amtierenden Ersten Bürgermeister Roland Kauper
Foto: Udo Billen
Scheßlitz – Ehrung  Scheßlitz hat zwei neue Ehrenbürger.

„Ehre, wem Ehre gebührt“, das überaus berühmte Pauluszitat hat auch 2000 Jahre später noch seine Berechtigung. In der heutigen Zeit vielleicht mehr denn je. Denn aller Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zum Trotz gibt es doch noch ein paar rühmliche Ausnahmen. Politiker von dem Schlag, auf die obiges Zitat zutrifft, finden sich jetzt – zugegeben – weniger in der oberen Liga der Politik als auf den unteren Ebenen, an der Basis, auf Gemeinde- oder Stadtratsebene. Da, wo Politik weniger mit Beruf und mehr noch mit Berufung zu tun hat.

Ein gutes Beispiel dafür ist Scheßlitz. Dort fand in der jüngsten Stadtratssitzung eine „Feierstunde“ statt. In der wurde acht Ratsmitgliedern, die dem Stadtrat in der derzeitigen Wahlperiode nicht mehr angehören, in feierlichem Rahmen gedankt und ihre Verdienste um die Kommune wurden gewürdigt. Dabei handelt es sich um Tanja Bayerlipp (CWG), Helga Geheeb (CSU), Anton Heinert (FL), Rainer Kretschmer (SPD), Stefan Stöcklein (CSU), Diana Vogt (VJW), Joseph Vogt (CSU) und Bernhard Ziegmann (CSU).

Die Verabschiedung der Räte wurde durch die „Verleihung des Ehrenbürgerrechts der Stadt Scheßlitz an Rainer Kretschmer und Franz Zenk“ in gleicher Veranstaltung umso feierlicher. „Zusammen bringen die beiden es auf 90 Jahre kommunalpolitisches Engagement“, was „beispielhaft“ ist, so Erster Bürgermeister Roland Kauper (CSU) in der Laudatio.

Rainer Kretschmer

Der neue Scheßlitzer Ehrenbürger Rainer Kretschmer ist nicht nur durch sein kommunalpolitisches Engagement, sondern auch durch seine vielen weiteren ehrenamtlichen Tätigkeiten weit über die Grenzen der Stadt bekannt. 1972 kam er für die SPD in den Stadtrat und gehörte dem Rat der Stadt seitdem ununterbrochen bis zum Ende der letzten Legislaturperiode an. 48 Jahre lang setzte er sich unermüdlich für Stadt und Bewohner ein. Das ist mehr als ein ganzes Arbeitsleben.

„Der Mann, der immer da ist, wenn er gebraucht wird“, so Kauper in der Laudatio. Seit 2007 war Kretschmer, das „politische Urgestein“, wie ihn der Bürgermeister auch anerkennend nannte, auch Mitglied im Kreistag. In der ganzen Zeit wirkte er ebenfalls in zahlreichen ehrenamtlichen Funktionen in Ausschüssen, Verbänden, Kirche und Gremien aktiv mit. Aber auch der Sport in Scheßlitz hat ihm viel zu verdanken. Seit seinen Jugendtagen, erst als Aktiver, dann als Schriftführer, Zweiter Vorsitzender und Vorsitzender des TSV Scheßlitz. Er ist Träger der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland, der Bayerischen kommunalen Verdienstmedaille und des Ehrenzeichens des Bayerischen Ministerpräsidenten.

Franz Zenk

Obschon Bürgermeister Kauper noch keine 30 Jahre Amtsgeschäfte hinter sich hat wie sein Amtsvorgänger Franz Zenk, kann der amtierende Bürgermeister doch sehr gut nachvollziehen, wie es Franz Zenk in der langen Zeit ergangen ist. Zenk war ab 1972 im Stadtrat und von 1984 bis 2014 Erster Bürgermeister in Scheßlitz. Kauper zählte einige der zahlreichen Projekte Zenks auf, die dieser in seiner Amtszeit erfolgreich umgesetzt hat und letztlich zu dem geführt hätten, was Scheßlitz heute ist: ein gut aufgestellter Standort für die Zukunft. Egal, ob es sich um die seinerzeitige Gemeindereform und den damit verbundenen Ausbau der Infrastruktur oder den Erhalt des Scheßlitzer Krankenhauses, den Ausbau von Scheßlitz als Schulstadt und als modernen Gewerbe- und Industriestandort handelt. Den Grundstein für die gute heutige Entwicklung habe Franz Zenk gelegt. Darüber hinaus war er ab 1984 auch im Kreisrat tätig, in vielen Ausschüssen, Verbänden und der Kirchengemeinde. Seinem großen Interesse an der Heimatgeschichte sei es zu verdanken, dass er Ansprechpartner des Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW) der Bezirksgruppe Memmelsdorf/Scheßlitz ist. Für Kauper „gehört Franz Zenk zu Scheßlitz wie Giechburg und Gügel“. Er ist Träger der Kommunalen Verdienstmedaille in Silber und wurde wie Rainer Kretschmer im April 2020 zum Ehrenbürger der Stadt Scheßlitz ernannt.

Corona geschuldet, konnte der Festakt und die Überreichung der Urkunden nicht bereits 2020 stattfinden. Kauper dankte in der Feierstunde aber auch den Ehefrauen für ihre Langmut, Rücksichtnahme und Unterstützung, ohne die das vorbildlich große Engagement der Geehrten nicht möglich gewesen wäre. Und zum Abschluss bedankte er sich beim Bläserquintett des Musikvereins Scheßlitz für die musikalische Umrahmung.