Schulung
Für gesunde Obstbäume
Die erfolgreichen Teilnehmer des Kurses mit den Vertretern der Gartenbau-Organisation
Die erfolgreichen Teilnehmer des Kurses mit den Vertretern der Gartenbau-Organisation
Foto: Johannes Michel
Zapfendorf – Johannes Michel Ein paar Äste abschneiden? Eigentlich kein Problem, oder? So einfach ist es aber nicht. Gerade Obstbäume können sehr sensibel auf Eing...

Johannes Michel

Ein paar Äste abschneiden? Eigentlich kein Problem, oder? So einfach ist es aber nicht. Gerade Obstbäume können sehr sensibel auf Eingriffe reagieren, brauchen diese aber auch, um gute Erträge zu liefern. Der Bezirksverband Oberfranken für Gartenbau und Landespflege bot daher zum dritten Mal die Schulung „Zertifizierter Obstbaumpfleger“ an. Ort der Prüfung war Oberleiterbach.

Schnittkurse und Vorträge

In den Obst- und Gartenbauvereinen gibt es Menschen, die über Obstbäume Bescheid wissen und gerne ihren Mitgliedern helfen, wenn es zum Beispiel um Fragen des Baumschnitts geht. Die Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege – im Kreis Bamberg sind es Claudia Kühnel, Alexandra Klemisch und Oliver Rendl (als Nachfolger von Uwe Hoff) – organisieren daher regelmäßig Schnittkurse und Vorträge.

Die privaten Garten- und Obstbaumbesitzer sind aber nicht die einzige Zielgruppe, für die die Baumpflege wichtig sein kann. Gewerbliche Anbieter und Mitarbeiter von gemeindlichen Bauhöfen beschäftigen sich ebenfalls mit den Bäumen.

Und genau diese Personen spricht der Bezirksverband mit der Ausbildung zum zertifizierten Obstbaumpfleger an. In einem sechstägigen Kurs, der sich über das ganze Jahr verteilt, wurde nun schon zum dritten Mal wichtiges Basiswissen zum fachgerechten Obstbaumschnitt, zur Veredelung und zur Pflanzung von Obstbäumen vermittelt. Auch Fragen zur unternehmerischen Tätigkeit waren Thema. Die Ausbildung hat sich binnen kurzer Zeit etabliert und wird auch im kommenden Jahr angeboten. Maximal 27 Personen können teilnehmen.

Dieses Jahr waren es 18. Los ging es mit einem Grundlagenkurs. Es folgten Schulungen zu Erziehungsschnitten, zur Pflege alter Obstbäume, zur Veredelung und zur Sommerpflege. Die Prüfung, bei der alle Teilnehmer bestanden und eine Urkunde erhielten, fand dieser Tage in Oberleiterbach statt. Nach einem theoretischen Teil stand die Praxis an, hoch über Oberleiterbach. Dabei bildeten Fragen rund um die Baumpflanzung den Mittelpunkt, etwa: „Wie wird der Knoten zur Befestigung des Jungbaums richtig gebunden?“ oder „Welches Material brauche ich bei der Pflanzung?“. Und anhand eines Apfelbaums, der verschiedene „Baustellen“ aufwies, schauten die Kreisfachberater, inwiefern sich die Teilnehmer auskennen. Alle konnten die Fragen rund um Leitäste, Erziehungsschnitt und Wassertriebe – mehr oder weniger ausführlich – beantworten.

Urkunden für die Teilnehmer

Zum Abschluss wurden im Gemeinschaftshaus die Urkunden übergeben. Zapfendorfs Bürgermeister Michael Senger freute sich, dass eine solche Ausbildung mit Station in Oberleiterbach angeboten werden kann. Die Teilnehmer sind nun bei den Kreisfachberatern registriert, ihre Kontaktdaten werden auf Anfrage an Interessenten weitergegeben. Die können sich dann sicher sein, jemanden für die Baumpflege zu beauftragen, der sich gut mit Obstbäumen auskennt.