Pommersfelden
Pommersfelden stellt sich neu auf
Nach 26 Jahren schließt der Einkaufsmarkt „nah und gut“ in Steppach. Der Bürgermeister hält eine andere Einkaufsmöglichkeit in der Zukunft für realistisch.
Nach 26 Jahren schließt der Einkaufsmarkt „nah und gut“ in Steppach. Der Bürgermeister hält eine andere Einkaufsmöglichkeit in der Zukunft für realistisch.
Evi Seeger

Am 31. Januar ist Schluss. Dann schließt der Einkaufsmarkt im Ortsteil Steppach seine Pforten. Seit 26 Jahren sichert die Pommersfeldener Familie Weber mit „nah und gut“ die Versorgung mit allem, was für den täglichen Bedarf notwendig ist. Der Inhaber gehe in den Ruhestand, ist in der Gemeinde zu hören.

Dass die Nahversorgung und damit auch die kurzen Einkaufswege wegfallen, beschäftigt nicht nur die Gemeindebürger, sondern auch Pommersfeldens Bürgermeister Gerd Dallner. Er hat in den letzten Wochen sehr viele Gespräche geführt und intensiv über Lösungen nachgedacht. Inzwischen ist er optimistisch, dass es auch in Zukunft wieder eine Einkaufsmöglichkeit geben wird. Auch wenn bis dahin noch einige Zeit verstreichen wird.

Zuversichtlich ist der Gemeindechef auch im Hinblick auf die ärztliche Versorgung. Der Wegfall der Praxis in Steppach habe die Gemeinde sehr plötzlich getroffen, stellt Dallner fest.

Nach einer Lösung werde seither intensiv gesucht. Ein Problem, das viele ländliche Kommunen betreffe und das durch den Landarztmangel noch verschärft werde. „Ein neuer Praxisbetrieb bei uns vor Ort wäre die Ideallösung und ein großer Glücksfall. Wir arbeiten daran“, versichert er.

Große Personalfragen

„Neu aufstellen“ müsse sich Pommersfelden auch mit dem Gemeindebauhof. Der plötzliche Tod des Bauhofleiters habe alle überrascht und schockiert. Auch die „bauliche Situation“ bedürfe einer Neuorganisation.

Der gesetzliche Anspruch auf Nachmittagsbetreuung der Grundschulkinder ab dem Jahr 2026 wirft auch in Pommersfelden seine Schatten voraus. Möglichkeiten für die Unterbringung müssten erarbeitet, eventuell müsse an bauliche Konzepte gedacht werden. „Wie die Personalfrage gelöst werden soll, steht auf einem anderen Blatt“, gibt Dallner zu bedenken. Bereits jetzt würden in Kitas und Schulen Fachkräfte an allen Ecken und Enden fehlen.

Hingegen ist die Erschließung der neuen Baugebiete „Hofleite II“ in Sambach und „Steppach Nord III“ so gut wie abgeschlossen. In Sambach sei bereits die Hälfte der 23 Baugrundstücke vergeben. Die Vergabe der Bauparzellen in Steppach Nord III beginne Anfang Februar. Als Preis nennt der Bürgermeister 150 Euro pro Quadratmeter in Steppach. In Sambach gehen die Grundstücke für 156 Euro je Quadratmeter, jeweils voll erschlossen, an die Bauwerber. Auf den Weg gebracht ist nach Dallners Worten die Städtebauförderung in den Ortsteilen Pommersfelden, Sambach und Steppach.

Die Förderanträge seien bereits bei der Regierung. Sobald die Zuschussbescheide vorlägen, solle mit den Maßnahmen begonnen werden. Die Planung für den Radweg zwischen Pommersfelden und Limbach sei abgeschlossen.

Es sei der erste Abschnitt der Radwegverbindung nach Höchstadt. Für den weiteren Verlauf ab Limbach sei die Stadt Höchstadt zuständig. Mit der Förderzusage werde im Pommersfeldener Rathaus Anfang dieses Jahres gerechnet.

Kreisstraße bald abgeschlossen

Dallner hofft auf die Umsetzung des Pommersfeldener Teilstücks noch in diesem Jahr. Im Rahmen dieser Maßnahme werde auch der Kreuzungsbereich am Ortseingang von Pommersfelden (Parkplatz Schloss/Schule) umgestaltet und eine Querungshilfe eingebaut. Von vielen Bürgern sehnlichst erwartet wird die Fertigstellung der Kreisstraße zwischen Sambach und Wind. Nach Dallners Worten soll der Ausbau, der mit der Anlage eines Geh- und Radwegs einhergeht, im Frühjahr 2023 abgeschlossen werden.

Danach wird wohl der Ausbau der Verbindung zwischen Pommersfelden und Wind folgen. Der Weg wird als erste Maßnahme im Zuge der Zweitflurbereinigung angepackt. In Abstimmung mit dem Amt für ländliche Entwicklung hofft die Gemeinde auf eine Förderquote von 75 Prozent.