Gemeinderat
Rathaus-Neugestaltung: Gemälde ehemaliger Bürgermeister „wandern“ in den Flur
Altenkunstadt – Ein neues Gewand sollen die in die Jahre gekommenen Büros und Sitzungszimmer des Rathauses erhalten. Die Innenarchitektinnen Ursula Göhring und Anja H...

Ein neues Gewand sollen die in die Jahre gekommenen Büros und Sitzungszimmer des Rathauses erhalten. Die Innenarchitektinnen Ursula Göhring und Anja Hofmann vom Lichtenfelser Innenarchitekturbüro Göhring stellten ihr Verschönerungskonzept am Dienstagabend den Gemeinderäten vor.

In der Teeküche soll die Silhouette des Kordigastes mit einer LED-Röhre angedeutet werden. Die Gemälde ehemaliger Bürgermeister sollen künftig nicht mehr an der Wand des großen Sitzungssaales hängen, sondern im Flur. Im Saal selbst werden diese in digitalisierter Form auf dem Monitor wiedergegeben, auf dem auch die Präsentationen zu sehen sind.

Die Brüstung an den Fenstern des Sitzungssaales und des Fraktionszimmers ist recht niedrig. Neue Fenster sollen für mehr Sicherheit sorgen.

Die Kosten für die Neugestaltung der Rathausräumlichkeiten schätzte Göhring auf 250 000 bis 300 000 Euro.

Aus dem Gremium kamen noch weitere Verbesserungsvorschläge: Gunther Czepera (CSU) schlug vor, das Rathaus mit einem Aufzug barrierefrei zu machen. Ludwig Winkler wollte wissen, ob auch eine Isolierung angedacht sei.

Keine energetische Sanierung

Göhring betonte, dass es bei ihrem Konzept nur um eine Neugestaltung gegangen sei und nicht um eine energetische Sanierung. Über die konkrete Umsetzung des Konzeptes und weitere Sanierungsschritte soll in einer der nächsten Sitzungen gesprochen und abgestimmt werden.

Sollen an einem Sonntag die Geschäfte öffnen? Diese Frage sorgte im Gremium für eine rege Diskussion. Rolf Gnatzy von der Freien Wähler-Gemeinschaft (FWG) hielt es mit Blick auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes für rechtlich äußerst bedenklich, verkaufsoffene Sonntage abzuhalten. Außerdem gebe es in Altenkunstadt immer weniger Einzelhändler.

Stephanie Dittrich von den Bündnisgrünen betonte, dass ihr der Sonntag eigentlich heilig sei. Nach der Corona-Krise, unter der viele Altenkunstadter Geschäfte gelitten hätten, sollte man aber noch einmal eine Ausnahme machen, meinte die Gemeinderätin.

Drei verkaufsoffene Sonntage

Dem widersprach Gnatzy. Der stationäre Einzelhandel insgesamt habe in der Corona-Krise einen sechs- bis siebenprozentigen Umsatzzuwachs erzielt.

„Da habe ich von Nici und Gückel Top-Mode etwas anderes gehört“, widersprach Bürgermeister Robert Hümmer (CSU).

„Den großen Reibach in der Gesundheitskrise haben die Online-Händler gemacht“, blies Hans-Werner Schuster ins selbe Horn.

Am Ende stimmten nur vier Räte gegen die drei verkaufsoffenen Sonntage am 18. Juli, 3. Oktober und 28. November.

Kita-Fertigstellung verzögert sich

Die Fertigstellung der Kindertageseinrichtung „Haus des Kindes plus“ des BRK in der Theodor-Heuß-Straße verschiebt sich nach Auskunft von Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff bis zum Jahresende. Bis dahin bleiben auch die Interimslösungen bestehen. Die 21 Kindergartenkinder werden weiterhin im katholischen Pfarrheim betreut und die 17 Hortkinder im Jugendtreff PINS. Für die 15 neu angemeldeten Krippenkinder sei man noch dabei, eine Übergangslösung zu finden, erklärte Pfaff.

Das Erdgas für die kommunalen Einrichtungen verteuert sich: Bislang hatte die Gemeinde ihr Erdgas von N-Energie aus Nürnberg zum Preis von 1,753 Cent pro Kilowattstunde bezogen. Eine Bündelausschreibung, über die Hümmer informierte, hatte ergeben, dass das Gas zukünftig von der Logo Energie GmbH aus Euskirchen bei Köln zum Arbeitspreis von 1,9228 Cent pro Kilowattstunde bezogen wird. „Das ist eine Erhöhung um 9,7 Prozent“, sagte Hümmer.

Mehrere Beschlüsse, die das Gremium im Juni in nichtöffentlicher Sitzung gefasst hatte, teilte der Bürgermeister mit. Das Weismainer Bauunternehmen Dechant erschließt das Gewerbegebiet Woffendorf zum Preis von 709 663 Euro. Die Staatsstraße 2191 in Altenkunstadt wird vom Röhriger Kreisel bis zur Mainbrückenkreuzung saniert. Die Kosten für die Sanierung der Straße übernimmt der Freistaat zu 100 Prozent. Die Gemeinde Altenkunstadt wiederum beteiligt sich mit 50 000 Euro an der Erneuerung der Kreuzung, der Verkehrsinseln und mehrerer Einfahrten. 201 352 Euro kosten Landschaftsbauarbeiten, die die Firma RK aus Neuenmarkt am Tauschendorfer Bach und der Flutmulde ausführt. Die Arbeiten dienen der Regenrückhaltung (Tauschendorf) und der Gewässeraufweitung (Flutmulde). Die Ebensfelder Firma 1A Garten Schmidt führt Renaturierungsarbeiten an der Weismain durch. Kostenpunkt: 15 826 Euro. Die KTU Handelsgesellschaft mbH mit Sitz in Kupferberg beliefert die Gemeinde Altenkunstadt mit Auftausalz im Wert von 29 095 Euro.