Kundgebung
Schaeffler Hirschaid: Betriebsrat fordert weiter Erhalt aller Standorte
Die Gewerkschafter bei der Kundgebung in Hirschaid
Die Gewerkschafter bei der Kundgebung in Hirschaid
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Hirschaid – Der Betriebsrat unterstrich gestern mit der Beteiligung des Standortes Hir­schaid am bundesweiten Aktionstag bei Schaeffler die Forderungen, in den Ve...

Der Betriebsrat unterstrich gestern mit der Beteiligung des Standortes Hir­schaid am bundesweiten Aktionstag bei Schaeffler die Forderungen, in den Verhandlungen zum Restrukturierungsprogramm "Space" alle Standorte zu erhalten und auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Hierzu fanden am Freitag an allen deutschen Schaeffler-Standorten Aktionen statt.

Am Standort in Hirschaid sollen nach den Vorstellungen des Arbeitgebers 92 Stellen abgebaut werden, doch sei diese Zahl zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht final bestätigt und könne sich unter Umständen noch erhöhen, berichtet Markus Zirkel, Betriebsratsvorsitzender, in einer Pressemitteilung. "Um dies zu verhindern, sind Aktivitäten aus der Belegschaft notwendig", so Martin Feder von der IG Metall Bamberg in seinem Grußwort.

Der bundesweite Aktionstag belege, dass die Betriebsräte eine klare Erwartungshaltung an das Unternehmen hätten, nämlich sich in den Verhandlungen für Alternativen zu öffnen, diese ernsthaft anzuerkennen und über die Umsetzung zu verhandeln. In den bisher stattgefunden Gesprächen und Verhandlungen habe der Arbeitgeber keinerlei Entgegenkommen gezeigt, um die Alternativkonzepte der Interessensvertretungen ernsthaft zu prüfen oder diese auch nur ansatzweise umzusetzen.

Um ein Zeichen zu setzen, beteiligen sich in Hirschaid mehr als 400 Beschäftigte an dem Aktionstag. Dies soll den Arbeitgeber dazu bewegen, die weiteren Verhandlungen zielorientiert und zukunftsweisend fortzusetzen. "Auf der Arbeitgeberseite herrscht viel Unwissenheit und es werden Entscheidungen getroffen, die nicht an jedem Standort eins zu eins umzusetzen sind", stellte Heinz Schuster, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, fest.

In Hirschaid bedeutet dies laut Betriebsrat für mehr als 30 Beschäftigte einen unerträglichen Schwebezustand, was die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze betrifft. "Die Idee des Arbeitgebers, an einem zu mehr als 100 Prozent ausgelasteten Standort die Betroffenen mit Entgeltkürzung und Arbeitszeitverringerung abzuspeisen, ist ein unmoralisches Angebot", sagte Markus Zirkel. Die Betriebsräte hätten sich klar und solidarisch positioniert und dies in einer Absichtserklärung festgehalten. "Wir haben Alternativen für alle Standorte erarbeitet und dem Arbeitgeber vorgelegt. Statt Schließung oder Verkauf von Standorten setzen wir auf technologische Kreativität und zukunftsfähige Produkte, um Standorte weiterzuentwickeln und auch das Produktionsvolumen zu steigern", so Zirkel. red