LKR Bamberg
Zwei Ganztagsklassen geplant
Der Außenbereich für die Ganztagsbetreuung an der Realschule Scheßlitz
Der Außenbereich für die Ganztagsbetreuung an der Realschule Scheßlitz
Foto: asp

Die staatlichen Realschulen in Ebrach und Hirschaid bieten seit etlichen Jahren offene und gebundene Ganztagsangebote an. Diese sind an den dortigen Schulen mittlerweile fest etabliert.

Seit dem Schuljahr 2018/19 wird an der Realschule Scheßlitz eine offene Ganztagsschule (OGS) angeboten. Ab dem Schuljahr 2022/23 soll ein gebundenes Ganztagsangebot (GGS) in den Jahrgangsstufen 5 und 6 dazukommen und das offene Ganztagsangebot ergänzen. Zunächst wird eine gebundene Ganztagsklasse in der Jahrgangsstufe 5 angestrebt, ab dem Schuljahr 2023/24 ist jeweils eine Ganztagsklasse in den Jahrgangsstufen 5 und 6 geplant. Langfristig soll es auch bei diesen zwei Klassen bleiben, da die GGS ab der 7. Jahrgangsstufe wegen der Zweigwahl schwer umsetzbar ist und auch wenig nachgefragt wird. Die notwendigen Rahmenbedingungen, wie die geplante Fertigstellung der Mensa im Mai 2022, neue Außenanlagen und die fortschreitende Sanierung der Realschule, bieten eine wichtige Grundlage für die Einrichtung eines gebundenen Ganztagsangebotes.

Ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich tritt zum 1. August 2026 in Kraft. Er gilt zunächst für Grundschulkinder der ersten Klassenstufe und wird in den Folgejahren um je eine Klassenstufe ausgeweitet. Damit hat ab dem 1. August 2029 jedes Grundschulkind der Klassenstufen 1 bis 4 einen Anspruch auf ganztägige Betreuung. Dadurch wird mit einer zunehmenden Nachfrage nach unterschiedlichen Ganztagsangeboten auch in weiterführenden Schulen gerechnet.

Pädagogisches Konzept als Grundlage

In der Bekanntmachung „Gebundene Ganztagsangebote an Schulen“ vom 10. Februar 2020 des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus sind die Rahmenbedingungen zur Einrichtung gebundener Ganztagsangebote geregelt. Danach ist ein Antrag auf Genehmigung eines gebundenen Ganztagsangebots für alle (möglich bis zur 10. Jahrgangsstufe) oder bestimmte Jahrgangsstufen erforderlich, der ein Bildungs- und Betreuungsangebot an mindestens vier Wochentagen mit einer Unterrichts- und Betreuungszeit von grundsätzlich 8 bis 16 Uhr sowie eine tägliche Mittagsverpflegung umfasst. Dem gebundenen Ganztagsangebot liegt ein mit allen Beteiligten erarbeitetes pädagogisches Konzept zugrunde. Für ein genehmigtes gebundenes Ganztagsangebot gewährt der Freistaat Bayern für staatliche Realschulen je gebundener Ganztagsklasse acht zusätzliche Lehrerwochenstunden sowie ein Budget von derzeit 7795 Euro zur Finanzierung der Beschäftigung weiterer pädagogischer Kräfte. Diese können auch durch einen Kooperationspartner zur Verfügung gestellt werden. Der Schulaufwandsträger ist im Gegenzug verpflichtet, einen eventuell zusätzlich anfallenden Sachaufwand und eine Pauschale zur Mitfinanzierung des Personalaufwands zu tragen.

Bei den Informationsveranstaltungen für die künftigen 5. Klassen im März will die Realschule Scheßlitz mit dem neuen Angebot werben. Seit Einführung der OGS hat sich der Ganztag in Scheßlitz gut etabliert und die Nachfrage nach offenen und gebundenen Angeboten steigt stetig. Derzeit nehmen 69 Schüler das offene Ganztagsangebot in zwei Gruppen wahr.

Als Kooperationspartner für die Ganztagsbetreuung soll weiterhin das Kompetenzwerk für Bildung und Soziales (KoBiS), eine gemeinnützige GmbH, fungieren. Die Zusammenarbeit mit diesem erfahrenen und vernetzten Partner wird als vorteilhaft gesehen, da auch die Realschulen in Ebrach und Hirschaid von KoBiS betreut werden. Dadurch erhofft man sich auch positive Synergieeffekte für alle drei Realschulen.

Eltern zahlen nur Mittagsverpflegung

Das Angebot ist an staatlichen Schulen für die Eltern – mit Ausnahme der Mittagsverpflegung – kostenfrei. Für die Genehmigung der Ganztagsbetreuung ist die Übernahme eines kommunalen Mitfinanzierungsanteils von derzeit 6487 Euro pro Gruppe erforderlich. Die Haushaltsmittel werden über das Gesamtbudget der Realschule abgedeckt.

Der Kreisausschuss beschloss einstimmig, den kommunalen Finanzierungsanteil zu befürworten, und beauftragte die Verwaltung, zusammen mit der Schulleitung den Förderantrag zu stellen, so dass der Betrieb einer gebundenen Ganztagsbetreuung im Schuljahr 2022/2023 starten kann.

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