Energie
Geeigneter Standort für große Windräder
Bad Rodach

Der Weg hin zu erneuerbaren Energien ist in Bad Rodach kein loses Lippenbekenntnis, sondern wird ständig vorangetrieben. Jüngstes Beispiel ist das Vorranggebiet für Windkraftanlagen „Mährenhausen-Ost“. Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) informierte in der jüngsten Sitzung des Stadtrates, dass der Regionale Planungsverband Oberfranken West zwischen den Stadtteilen Mährenhausen, Carlshan und Breitenau eine Gesamtfläche von 124 Hektar als sog. Windvorranggebiet ausgewiesen hat. Das heißt, dass in diesem Areal Windkraftanlagen aufgestellt werden können.

Drei bis vier Anlagen

Nach Zahlen der Energieagentur Nordbayern birgt die Fläche ein Potenzial von drei bis vier Anlagen der Sechs-Megawatt-Klasse. Jede dieser möglichen Anlagen könnte nach Darlegung der Energieagentur einen jährlichen Stromertrag von zwölf Millionen Kilowattstunden produzieren und damit den elektrischen Energiebedarf von je rund 12.000 Haushalten decken.

Die Dimensionen der infrage kommenden Windräder sind enorm. Bürgermeister Ehrlicher sprach von einer Nabenhöhe von 169 Metern und einer Gesamthöhe von etwa 250 Metern. „Zur Wohnbebauung wird ein Abstand von 700 Metern eingehalten“, ließ Tobias Ehrlicher wissen.

Grundstücksicherung steht an

Der nächste Schritt, den die Stadt vornehmen muss, wäre die Grundstücksicherung, die noch in diesem Jahr unter Dach und Fach gebracht werden soll. Im Dezember steht dann noch die Abstimmung zur Wahl der Projektpartner auf dem Terminkalender.

Eine größere Hürde muss im kommenden Jahr mit der „Artenschutzrechtlichen Prüfung“ genommen werden. Seitens der Stadt hofft man, dass diese im September 2023 abgeschlossen werden kann.

Nicht von heute auf morgen

Dass die Anlagen nicht von heute auf morgen kommen, machte Ehrlicher deutlich. Nach seinen Worten sieht er eine Inbetriebnahme in einem Zeitfenster von Herbst 2026 bis Herbst 2027.

Einstimmig beschloss der Stadtrat, ein Gutachten zur Grundlagenermittlung in Auftrag zu geben. Die Kosten betragen etwa 18.000 Euro. Des Weiteren sollen Angebote für die erforderliche „Artenschutzrechtlichen Prüfung“ eingeholt werden. Hier geht die Stadt von einem Kostenvolumen von 70.000 bis 80.000 Euro aus.

Tobias Ehrlicher wertete das Abstimmungsergebnis als eindeutiges Zeichen dafür, dass der Stadtrat das Thema erneuerbare Energien sehr ernst nimmt und sich nicht versteckt.