Großheirath
Vorfreude auf das Konzert
Heiße Probenphase für Dirigent Thomas Günther und die Chormitglieder, die sich zur Singstunde im Haus der Bäuerin treffen
Heiße Probenphase für Dirigent Thomas Günther und die Chormitglieder, die sich zur Singstunde im Haus der Bäuerin treffen
Alexandra Kemnitzer

Großheirath  —  Seit September bereiten sich die Chormitglieder des Gesangvereins Großheirath-Buchenrod mit Dirigent Thomas Günther auf ihr Adventskonzert vor. Mit dem Landfrauenchor Coburg und dem Chor „Taktvoll“ aus Buch am Forst werden sie in der Evangelischen Kirche an diesem Sonntag ab 15.30 Uhr Lieder aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen präsentieren.

Neben den Chören erklingen Solostimmen. Zudem besteht die Möglichkeit, in gemeinsame Lieder mit einzustimmen. Verschiedene Beiträge werden instrumental durch Gitarre, Piano oder Orgel begleitet. Durch das Programm führt Ellen Strohmeier. Pfarrerin Sandra Strunz bereichert das Konzert mit geistlichen Impulsen. Der Eintritt ist frei.

Neben christlichen und klassischen Liedern, wie „O Heiland reiß die Himmel auf“ werden die Konzertbesucher mit auf eine kleine musikalische Reise genommen und auch zeitgenössische internationale Lieder wie „The first Noel“, „Siyahamba“ oder der „Andachtsjodler“ zu hören sein. Auch Gospels bereichern das Programm.

Die Konzertvorbereitung läuft seit Wochen, denn die zweijährige Pause lässt sich nicht einfach ausblenden. „Stimmbänder sind Muskeln, die wie andere Muskeln auch trainiert werden müssen“, erklärt Thomas Günther. Weil durch längere Probenpausen Höhen und Präzision verloren gehen, trainierte er mit den Aktiven deren Stimmbänder. Für die Chormitglieder des Gesangvereins Großheirath-Buchenrod fühlt es sich sehr gut an, dass endlich wieder kulturelle Veranstaltungen in der Gemeinde möglich sind und ein Konzert gegeben werden kann. „Damit können wir endlich wieder die langjährige Tradition fortführen“, freut sich Vorsitzender Prof. Walter Ludwig Strohmeier.

Die letzten Jahre waren auch für den Chor nicht einfach, denn die fehlenden Probenmöglichkeiten und rückläufige Mitgliederzahlen machten sich bemerkbar. „Wir haben elf Aktive aus unterschiedlichen Gründen verloren, die meisten waren pandemiebedingt“, bedauert der Vorsitzende. Zu Glanzzeiten gab es im Verein einen Kinder- und Jugendchor sowie den gemischten und einen Gospelchor. Letzterer war für den Nachwuchs ein toller Übergang in den Erwachsenenbereich. Nachdem sich der Kinder- und Jugendchor aufgelöst hatte, wurde aus den anderen beiden Chören ein gemeinsamer. Somit ist der Gesangverein nicht in der Substanz gefährdet.

Erfreulich ist, dass aktuell eine neue Sängerin dazugewonnen werden konnte. Um möglichst lange weiterbestehen und öffentliche Auftritte bestreiten zu können, wird nach neuen Wegen gesucht, Interessierte für den Chor und den Verein zu finden. Vor allem jüngere Menschen wollen sich häufig nicht langfristig binden. Dirigenten und Vorsitzender möchten sich keine Welt ohne klassischen Chorgesang vorstellen, denn damit gehe auch ein Stück wertvolle und wichtige Kultur zu Ende. Viele Veranstaltungen und Anlässe gestaltet der Chor das Jahr über aus und verleiht ihnen einen würdigen Rahmen. „Viele Leute möchten einen Chor zu den unterschiedlichsten Anlässen hören, sind aber nicht bereit, mitzusingen“, bedauert Thomas Günther. Aus diesem Grund wurden die klassischen vierstimmigen Chorsätze auf drei Stimmen angepasst, da insbesondere die Männerstimmen fehlen. Wäre eine Anpassung nicht erfolgt, hätte die Gefahr bestanden, dass in den Bass- oder Tenorstimmen bei Ausfällen nur noch ein Solist zur Verfügung steht.

Die Projektarbeit als Chance

Um das Interesse am Chorgesang zu wecken, sehen die Verantwortlichen eine Chance in der Projektarbeit. Für ein bestimmtes Konzert könnte etwa versucht werden, dafür neue Aktive zu gewinnen, die sich vorerst nur dort einbringen. Durch ein solches zeitlich überschaubares Engagement liege die Schwelle zum Mitsingen wesentlich niedriger, als wenn gleich einem Verein beigetreten werden muss, findet der Vorsitzende. Zudem entwickelt sich der Chor stets weiter und geht mit der Zeit, denn zum Repertoire gehören auch Popsongs. Das Durchschnittsalter der 22 Sängerinnen und Sänger liegt derzeit bei 63 Jahren. Das jüngste aktive Mitglied ist 24 Jahre und stammt aus einer singbegeisterten Familie. Der älteste Sänger ist seit 1956 im Verein und ist heute 82 Jahre alt.

Die Altersspanne zeigt, dass Singen über Generationen hinweg Spaß macht und ankommt. Neben dem Adventskonzert ist für dieses Jahr die musikalische Begleitung des Silvestergottesdienstes in der Großheirather Kirche in Planung.

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