Marktgemeinderat
5G und 3G: Die Gößweinsteiner haben viele Fragen
Gößweinstein – Viele Fragen auch allgemeiner Natur zum Mobilfunkausbau, der Strahlenbelastung und eventuellen Gesundheitsschäden hatten die Gößweinsteiner Marktgemei...

Viele Fragen auch allgemeiner Natur zum Mobilfunkausbau, der Strahlenbelastung und eventuellen Gesundheitsschäden hatten die Gößweinsteiner Marktgemeinderäte während der Sondersitzung zum Mobilfunkausbau an die Vertreter der Mobilfunkkonzerne Telekom, Telefonica und Vodafone.

Den Eingangssvortrag hielt virtuell Thomas Lichtenberger von der Telefonica. Wie er erklärte, sei die Entwicklung der Versendung von Datenvolumen seit 2015 um das Vier- bis Fünffache gestiegen. Dies sei entscheidend für die Wirtschaftlichkeit bei der Suche nach geeigneten Funkmaststandorten.

Bis spätestens 2025 müssen die Netzbetreiber deutschlandweit eine flächendeckende Mobilfunkversorgung erreichen. Jeder Standort habe seine eigenen Voraussetzungen, und das jeweilige Versorgungsbebiet sei immer größer als der Suchkreis. Jede Kommune könne konkrete Vorschläge für Maststandorte machen. Wesentlicher Kern der Prüfung dieser Standorte sei dann die funktechnische Eignung. Viele Anforderungen würden dann im Einzelfall geprüft.

Laut Lichtenberger ist das Thema Gesundheit in der öffentlichen Diskussion sehr vielfältig. Es sei aber nicht Sache der Netzbetreiber, sondern der Wissenschaft. In Sachen Gesundheit verwiesen alle drei Sprecher auf einschlägige Informationen im Internet, beispielsweise auf das Bayerische Landesamt für Umwelt, auf dessen Seite laut Jennifer Pohl von der Telekom ersichtlich sei, dass in ganz Bayern die Grenzwerte der zulässigen Strahlenbelastung nur um einen Bruchteil ausgeschöpft würden.

Dietmar Winkler (CSU) wollte wissen, ob die Strahlungsstärke von einem Sendemasten höher ist, wenn viele Nutzer gleichzeitig online sind. Dazu erklärte Lichtenberger, dass die tatsächliche Sendeleistung sehr stark variere. „Je besser die Verbindung ist, je weniger Zeit braucht man für die Übertragung der gleichen Datenmenge“, erklärte der Experte. Dies veranlasste Winkler zu der Feststellung: „5G ist dann eigentlich gesünder als 3G, weil die Daten schneller übertragen werden.“

„Ich würde nicht von gesünder oder weniger gesund sprechen, denn entscheidend ist die Datenmenge, die angefordert wird“, sagte Lichtenberger. Je besser der Standort, je schneller würden die Daten übertragen. Alle Mobilfunkstationen sind immer unter Volllast bescheinigt. „Das kommt aber nur einmal im Jahr an Silvester vor“, erläuterte Pohl, die betonte, dass eine Basisstation nicht immer mit derselben Leistung sendet. „Mobilfunk ist kein Monolog, sondern ein Dialog, und wenn die Station und das Smartphone nah beieinander stehen, dann können die beiden flüstern und die Leistung herunterfahren“, verdeutlichte Pohl. Bernhard Vogel (SPD) interessierte, wie die elektromagnetische Welle auf den Körper wirkt. „Ist es nur eine Erwärmung oder hat es auch eine neurologische Wirkung auf den Körper?“, fragte Vogel, „und welche Energie habe ich in der Mikrowelle, am Funkmasten und am Handy, könnten Sie das bürgerfreundlich erläutern?“

„Die Werte, die die Wissenschaft ermittelt hat, hat die Politik dazu bewogen, die Grenzwerte noch einmal um den Faktor 5 abzusenken“, berichtete Vodafone-Sprecher Christian Schilling. Laut der Bundesnetzagentur sei die Strahlenbelastung beim Mobilfunk auch wesentlich geringer als bei Haushaltsgeräten. „Was man messen kann, ist die elektrische und magnetische Feldstärke“, verwies Lichtenberger auch auf das Bundesamt für Strahlenschutz.

Dann wollte Vogel noch wissen, ob es auch ein strahlungsarmes Handy gibt. „Die Hersteller konzipieren ihre Geräte nach der maximalen Leistung, und jedes Mobiltelefon ist in der Lage, die Leistung herabzumindern“, war Schillings Antwort.