Anwohner klagen über Wasser im Keller
Das Bild zeigt links die Schubertstraße, die auf die Baiersdorferstraße mündet, und gegenüber die Einmündung Dr.-Rühl-Straße, in die das Regenwasser hineinläuft.
Das Bild zeigt links die Schubertstraße, die auf die Baiersdorferstraße mündet, und gegenüber die Einmündung Dr.-Rühl-Straße, in die das Regenwasser hineinläuft.
Foto: Karl Heinz Wirth
Effeltrich – Gemeinderat  In Effeltrich sollen jetzt die Ursachen für die Überschwemmungen in der Dr.-Rühl-Straße erforscht werden. Im Gremium selbst gibt es drei Wechsel.

Immer öfter klagen Anwohner aus der Dr.-Rühl-Straße über vollgelaufene Keller ihrer Häuser schon bei normalen Regenfällen. Hierzu stellten die Anwohner den Antrag an die Gemeinde, an der Einmündung zur Baiersdorfer Straße eine Ablaufrinne einzubauen mit gleichzeitiger Öffnung des Straßengrabens am rechten Fahrbahnrand Richtung Poxdorf. Damit erhofft man sich, die Wassermassen aus dem Bereich Schubertstraße, Beethovenring und Baiersdorfer Straße in die Dr.-Rühl-Straße abzuhalten.

Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr waren die Anwohner von Überschwemmungen ihrer Keller betroffen , bestätigten Ratsmitglieder in der jüngsten Sitzung des Gremiums am Montagabend. Ursache dafür, so wird vermutet, könnte die Zunahme von immer mehr versiegelten Flächen und die Zunahme von vermehrter Verdichtung im Baubereich sein. So kommt auch viel Wasser aus dem oberen Bereich der Baiersdorfer Straße, das ebenfalls seinen Abfluss in die Dr.–Rühl-Straße findet.

Drei Rücktritte, drei Vereidigungen

Als es die Baumschule in der Baiersdorfer Straße noch nicht gab, hatte man kein Wasser, da es dort zuvor keine versiegelten Flächen gab. 80 Prozent des anfallenden Regenwassers läuft in die Dr.-Rühl-Straße, so Gemeinderätin Kathrin Heimann (DEL). „Wir müssen sofort tätig werden und die Ursachen dafür suchen, bevor sich die Situation in der Dr.-Rühl-Straße weiter zuspitzt“, sagt Bürgermeister Lepper. Dem Antrag stimmten die Ratsmitglieder zu. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Ursachen und Kosten durch das Planungsbüro IB ISH ermitteln zu lassen.

Die Effeltricher Gemeinderäte Bettina Brechelmacher (DEL), Stefanie Brechelmacher (DEL) und Michael Marsching (FW) legten ihr Gemeinderatsmandat nieder. Der Grund: persönliche und berufliche Veränderungen. Diese Meldung kam für viele Gemeindebürger überraschend. In der Ratssitzung musste das Gremium darüber entscheiden.

Rechtliche Hindernisse standen dem Rücktritt nicht entgegen. Das Einverständnis der Ratsversammlung zur Amtsniederlegung war deshalb keine Überraschung. Bürgermeister Peter Lepper (FW) bedauerte den Rücktritt der drei, die stets konstruktiv und mit großer Begeisterung die Entwicklung der Gemeinde während ihrer Amtszeit mitgetragen haben, so Lepper. Gemeinderätin Christine Berthold (CSU) zeigte sich verwundert, dass bei der Effeltricher Liste (DEL) drei Listennachrücker das Mandat ablehnten, wobei viele Bürger ihnen mit ihrer Stimme das Vertrauen ausgesprochen haben. In der nächsten Gemeinderatssitzung am 25. Oktober werden jetzt als neue Gemeinderäte Jörg Nützel (FW), Sebastian Hubich (DEL) und Georg Müller (DEL) vereidigt.

Nach einer Gebührensteigerung im Kindergartenjahr 2019, hat der Gemeinderat aktuell einer weiteren Anhebung der Gebühren um 15 Prozent im Kindergartenbereich und um 10 Prozent im Krippenbereich ab November zugestimmt. Das Spielgeld wird von fünf auf zehn Euro monatlich angehoben.

Gegen 25 Euro Aufnahmegebür

Zu einer einstündigen Diskussion führte die Aufnahmegebühr von 25 Euro für die Kita, die von Verwaltung und Kita-Leitung vorgeschlagen worden war, um Papier- und sonstige Kosten damit abzudecken. Dem wollte die Mehrheit der Ratsmitglieder nicht folgen, da zum Beispiel der Einzelplan für den Gemeindehaushalt 2020 für die Kindertagesstätte Ausgaben in Höhe von 772 994 Euro enthält und bei kalkulierten Einnahmen von 468 905 Euro – überwiegend durch staatliche Zuweisungen – bei der Gemeinde für den Betrieb des Gemeindekindergartens ein Defizit von 304 229 Euro verbleibt. Deshalb seien 25 Euro Aufnahmegebühr jährlich für die Deckung dieses Minus nicht relevant, so die Räte. „Man redet über Millionenbeträge in fünf Minuten und benötigt für die Abstimmung über insgesamt 500 Euro eine Stunde“ sagte Geschäftsleiter Mario Kühlwein. Die Aufnahmegebühr von 25 Euro wurde schließlich mit fünf zu acht Stimmen abgelehnt.

Pfarrei bittet um Zuschuss

Der Wehrgang der Kirchenburg Effeltrich muss dringend renoviert werden. Die Kirchenverwaltung hatte dazu ein Angebot eingeholt, das Kosten in Höhe von 29 014 Euro aufweist, und die Gemeinde Effeltrich um finanzielle Unterstützung gebeten. Die Kirchenburg befindet sich im Eigentum des Erzbistums Bamberg, das somit für die Unterhaltung zuständig ist und auch 15 000 Euro der Kosten übernimmt. Die Pfarrei muss 14 000 Euro tragen. Die Gemeinde habe sich bisher nicht verweigert, die Kirche finanziell zu unterstützen, erklärte Lepper. Allerdings habe die Gemeinde selbst größere Projekte wie Renovierungsmaßnahmen an Rathaus, Schule und weiteren Gebäuden zu stemmen, die finanziell eine große Herausforderung darstellten. Nun will man mit dem Pfarrgemeinderat das Gespräch suchen, da für 2021 keine weiteren Haushaltsmittel mehr zur Verfügung stehen.