Beim Rodeln die Landschaft schonen
Rund ums Walberla wird gerne gerodelt – es sollte aber genug Schnee vorhanden sein.
Rund ums Walberla wird gerne gerodelt – es sollte aber genug Schnee vorhanden sein.
Foto: Nikolas Pelke, Archiv
LKR Forchheim – Wintersport  Der Landschaftspflegeverein Forchheim bittet darum, bei aller Freude über den Schnee den Schutz der Natur nicht zu vergessen.

Endlich hat nach dem lauen Dezember wenigstens der Januar ein paar Tage mit reichlich Schnee beschert. Leider ist die weiße Pracht in den vergangenen Tagen vielerorts bereits wieder verschwunden – einzig in höheren Lagen hält sich ein Flickenteppich vereister Schneereste.

Gerne möchte man den Kindern nun gönnen, noch die letzten weißen Flecken zum Rodeln auszunutzen. Zu beachten ist allerdings, dass sich nicht jeder vielversprechende Hügel fürs Schlittenfahren eignet. Insbesondere, wenn die Schneedecke bereits wieder dünner wird, nimmt die darunterliegende Vegetation Schaden. Darauf macht jetzt Jana Wiehn, die Gebietsbetreuerin für Schutzgebiete im Landkreis, seitens des Landschaftspflegevereins Forchheim aufmerksam.

Jeder kennt das Bild von dunklen Schlittenspuren im hellen Hang, die entstehen, wenn die Oberfläche bereits bis auf die Wiese oder blanke Erde abgenutzt ist. Ohne die schützende Schneeschicht wird hier leicht die Vegetationsdecke aufgerissen. Ärgerlich ist das auf Privatgrund – und fatal ist es dort, wo wertvolle und seltene Lebensräume nachhaltig geschädigt werden, so Wiehn.

Im Naturschutzgebiet Ehrenbürg beispielsweise – besser bekannt unter den beiden Gipfelnamen Walberla und Rodenstein – wachsen auf den beliebtesten Rodelhängen empfindliche Magerrasen, die nur unter einer sehr dicken geschlossenen Schneeschicht sicher sind. Die aktuellen Schneeverhältnisse seien hierfür jedoch längst nicht ausreichend.

Tiefe Rinnen sind schwer zu regenerieren

Ausgerechnet in steileren Bereichen, wo man mit dem Schlitten ordentlich Fahrt aufnimmt, werden Rohbodenstellen bei Regen leicht zu tiefen Rinnen ausgespült, die sich nur schwer wieder regenerieren können. Es ist daher ratsam, so die Gebietsbetreuerin, zum Rodeln auf neuen Schnee zu warten und auch dann nicht gerade ein Naturschutzgebiet anzusteuern – insbesondere, wenn es zahlreiche andere Hänge in der Region gibt, wo das Schlittenvergnügen nicht durch Schäden an der Natur teuer bezahlt wird.