Wohnungsbaugenossenschaft
Bezahlbarer Wohnraum bleibt eine große Herausforderung
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Forchheim

„Und so war es ein solidarischer Gedanke und der Mut einzelner Personen, ein Werk zu beginnen, eine Tat zu vollziehen, deren Segen sich heute stärker auswirkt als je zuvor.“ Mit diesen Worten verwies die geschäftsführende Vorständin Loreen Klauß auf die bewegte Geschichte der Gewog, der derzeit größten Wohnungsbaugenossenschaft in Forchheim, welche ihr 101-jähriges Bestehen mit ihren Mitgliedern, Mitarbeitern und Ehrengästen feierte. Die Feier sollte bereits 2021 stattfinden, doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung.

Bewegend war in der Festveranstaltung der Vortrag von Hans Maier, Direktor des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen (VDW) mit dem Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ und der Rolle der ehemals gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaften.

Klauß ging in ihrem Rückblick auf die Entstehung ein. „So waren es zu Beginn einige Männer, meist ehemalige Kriegsteilnehmer, die sich zu einer Not- und Interessengemeinschaft zusammengefunden haben, um die damals herrschende wirtschaftliche Not und die Wohnungsnot zu lindern, die der Weltkrieg mit sich gebracht hatte.“ Aus dieser Not entstand die heutige Genossenschaft, welche zu Beginn noch Heimstättensiedlungsgenossenschaft hieß. 1931 wurde ihr bis Anfang der 90er Jahre die Gemeinnützigkeit zugesprochen, deren Namen sie bis heute verdankt.

Mit der großen Flüchtlingsbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg ging auch ein erneute große Wohnungsnot einher. Diese führte zu einem regelrechten Bauboom. Somit entstanden 1949 bis Ende der 60er Jahren 76 Wohnobjekte mit 555 Wohneinheiten, welche sich überwiegend im Forchheimer Norden befinden. Im 21. Jahrhundert konzentrierte sich die Genossenschaft auf die Sanierung ihres Bestandes, um Energieverbrauch und somit auch den Geldbeutel ihrer Mieter zu schonen.

Bis heute legt die Gewog laut Pressemitteilung großen Wert darauf, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, wie auch bei dem aktuellen Neubauprojekt in der Käsröthe.

Maier ging auf die allgemeine Geschichte der Genossenschaften ein. Ohne sie gebe immer weniger geförderten Wohnraum. Er zeigte auf, dass die Wohnungswirtschaft schwere Zeiten hinter sich habe und die aktuelle Zeit eine große Herausforderung sei. Denn durch explodierende Rohstoff- und Baupreise sei es schwer geworden, neuen Wohnraum zu einem bezahlbaren Preis zu bauen. Ein weiteren Einblick, welche Bedeutung die Gewog für Forchheim habe, gab Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD). Er berichtete, dass es der Stadt Forchheim wirtschaftlich gut gehe. Das habe allerdings auch zur Folge, dass der Wohnungsbedarf ansteige. Mit der aktuellen Knappheit des Angebotes komme es damit zu Mietpreisexplosionen. Umso erfreulicher sei es, dass die langjährig angesiedelten Forchheimer Wohnungsunternehmen Wert darauf legten, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Grußworte stammten von der Aufsichtsratsvorsitzenden Kerstin Freund, die seit 2017 im Aufsichtsrat ist. Sie ist eine Mieterin, die zurück nach Forchheim kam und eine bezahlbare Wohnung suchte. Sie fand ihr Glück bei der Gewog. red

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