Finanzen
Dank neuer Kämmerin verabschiedet Wiesenttal den Etat – den für 2022
Muggendorf

Einstimmig segnete der Marktgemeinderat Wiesenttal den Haushaltsplan und den Finanzplan für die Folgejahre ab. Wer nun meint, dass der besonders früh dran sei, ist auf dem Holzweg: Beschlossen wurde der Etat 2022, und das, obwohl dieses Jahr schon fast vorbei ist.

Wie Zweiter Bürgermeister Konrad Rosenzweig (CSU), der einspringen musste, erklärte, sei man mit dem Haushaltsplan so spät dran, da die Stelle der Kämmerei längere Zeit vakant war. Seit 1. Oktober hat die Gemeinde mit Kathrin Daum nun eine neue Kämmerin.

Daum erläuterte die wichtigsten Punkte des Etats 2022 und erklärte, dass es sich dabei nun nahezu um einen Ist-Haushalt handele. Rosenzweigs Fazit danach: „Der Patient Markt Wiesenttal schaut etwas besser aus und wir stehen eigentlich nicht schlecht da.“

Weil die Steuereinnahmen im Bund sprudeln, dürften kleine Gemeinden nicht im Stich gelassen werden, sagte Rosenzweig, der auch dank neuer Baugebiete von einer positiven Einwohnerzahlentwicklung sprach.

Dennoch sei die Finanzsituation laut Daum weiterhin als schwierig anzusehen. 2019 erhielt die Gemeinde vom Freistaat noch eine Stabilisierungshilfe von einer halben Million Euro, seit letztem Jahr aber nicht mehr, da kein finanzieller Härtefall mehr vorlag, trotz einem Schuldenstand von rund 3,9 Millionen Euro zum Jahresende.

Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1684 Euro für jeden der 2492 Marktbürger. Heuer können 323.800 Euro an Schulden getilgt werden. Die neue Kämmerin mahnte daher ein neues Haushaltskonsolidierungskonzept an, welches Grundlage für einen Antrag auf Stabilisierungshilfe sein könne. Denn schon im nächsten Jahr könnte ein neuer Kredit in Höhe von einer Millionen Euro aufgenommen werden müssen, um Investitionen stemmen zu können.

Aufgrund Tarifanpassungen stiegen die Personalkosten an, und für Strom, Gas und Heizöl ist für die gemeindlichen Liegenschaften mit einer enormen Preissteigerung zu rechnen. Die Schlüsselzuweisung des Freistaats ist um 41.540 Euro geschrumpft, die Wasserverbrauchsgebühren sind um rund 40.000 Euro eingebrochen.

Für Investitionen stehen heuer nur noch 267.715 Euro zur Verfügung. Weitere Investitionen wie die Freibadsanierung in Streitberg oder auch Brückenneubauten müssen laut Daum trotz Förderung sorgfältig überlegt werden. Nächstes Jahr fallen für das Familienschwimmbad Ausgaben in Höhe von 1,7 Millionen Euro an.

Im Vergleich zu 2021 habe sich das Haushaltsvolumen um 392.446 Euro verringert. Das Gesamtvolumen liegt bei 12,6 Millionen Euro. Der Verwaltungshaushalt schließt mit 6,1 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt mit 5,6 Millionen Euro ab. Der Grund für den etwas geschrumpften Etat sind geringere Investitionen.

Als größte Ausgaben nannte Daum die Wasserversorgung in Höhe von 400.000 Euro, die Haager Wiesentbrücke mit 590.000 Euro, die Erschließungsstraße im Baugebiet Wirtsäcker in Niederfellendorf mit 400.000 Euro und die Dorferneuerung Streitberg mit 351.000 Euro. Durch den Verkauf von Grundstücken sollen 600.000 Euro hereinkommen und durch Abrechnung von für Erschließungen 800.000 Euro.

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