Ebermannstadt
Der Wald braucht genügend Licht
Die Teilnehmer erarbeiteten in kleinen Gruppen mit Revierleiter Stefan Ludwig, welche Bäume durch Entnahme von Nachbarbäumen gefördert werden sollen.
Die Teilnehmer erarbeiteten in kleinen Gruppen mit Revierleiter Stefan Ludwig, welche Bäume durch Entnahme von Nachbarbäumen gefördert werden sollen.
Foto: Jula Reiter

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bietet ein kostenfreies Bildungsprogramm Waldwirtschaft an. Bei sechs Abendterminen auf Burg Feuerstein werden die theoretischen Grundlagen gelegt und dazu begleitend bei mehreren Außenterminen im Wald in die Praxis umgesetzt.

Die Teilnehmer lernen alle wesentlichen Aspekte rund um ihren Wald kennen. Ein großer Schwerpunkt liegt dabei auf den Folgen des Klimawandels für den Wald und damit dem Aufbau sowie der Pflege zukunftsfähiger Wälder. Dazu gehören unter anderem Kenntnisse über Baumarten, Naturschutz, Jagd, Holzernte und Waldschutz.

Kompetenzen erwerben

Ziel des Programmes ist es, die Entscheidungs- und Handlungskompetenz der Waldbesitzer zu erhöhen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern aus der Region zu ermöglichen.

Der Sommerkurs hatte nun seine Abschlussveranstaltung. Der letzte Praxistag stand für die 19 Teilnehmer unter dem Motto „Naturverjüngung, Pflanzung und Pflege“. Ge-meinsam mit Michael Kreppel, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Bamberg, und Stefan Ludwig, Revierleiter im Forstrevier Egloffstein, lernten die Teilnehmer in Praxisbeispielen, wie eine Verjüngung stattfinden kann. „Dabei ist die Naturverjüngung zu bevorzugen, soweit sie aus klimatauglichen Baumarten besteht“, erklärt Revierleiter Ludwig. Die Kunst bestehe darin, die Hiebmaßnahmen so zu dosieren, dass genügend Licht für die Naturverjüngung auf den Boden kommt. Aber nicht zu viel, damit die Begleitvegetation den Aufwuchs der Baumpflanzen nicht stört.

Jagd wegen der Verbissschäden

„Wichtige Unterstützung leistet dabei die Jagd, damit auch verbissempfindlichere Baumarten wie Edellaubholz und Eiche ausreichend an der Verjüngung beteiligt werden können“, merkt Kreppel an. Zur Ergänzung können weitere standortgerechte und klimataugliche Baumarten gepflanzt werden.

Forstamtsrat Stefan Ludwig stellte dar, wie wichtig rechtzeitige Durchforstungen in jungen und mittelalten Wäldern sind: „Nur ein Wald, der regelmäßig gepflegt wird, kann auch in den nächsten Jahrzehnten gesund wachsen. Dazu gehört es auch, einzelne Bäume zu entnehmen, um anderen Bäumen mehr Licht zum Wachsen zu geben.“

Kursabschluss in der Natur

Im Anschluss an den letzten Termin überreichte Kreppel an jeden Teilnehmer eine Urkunde. Außerdem kündigte er einen weiteren Termin an: Im Januar treffen sich die Teilnehmer erneut, um auf dem sogenannten Wertholzplatz die Ergebnisse der Versteigerung und der Submission zu begutachten und zu bewerten. Dabei soll auch ein Gefühl für den Wert des Waldes entstehen und was mit einer durchdachten Waldpflege erwirtschaftet werden kann. Forstdirektor Kreppel bedankte sich bei der Waldkorportation Wolfsberg dafür, dass der letzte Kurstag in deren Wald stattfinden konnte. Waldpfleger Christian Völkel von der Korporation sprach von einer guten Zusam-menarbeit mit dem AELF Bamberg: „Der Kurs ist abwechslungsreich gestaltet, Inhalte werden praxisnah vermittelt und aufgrund der Kurszeiten am Abend und am Wochenende auch sehr gut mit dem Beruf vereinbar.“

Der nächste Kurs

Wer Interesse am nächsten, ebenfalls kostenlosen Sommer-Kurs im Landkreis Forchheim hat, kann sich unverbindlich per E-Mail an poststelle@aelf-ba.bayern.de unter Angabe „BIWA-Forchheim“ anmelden. red