Leserbrief
Es droht ein Schandfleck unter dem Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz
Die alte Brücke (im Foto) muss erneuert werden. Vergangene Woche war Spatenstich für den Brückenneubau.
Die alte Brücke (im Foto) muss erneuert werden. Vergangene Woche war Spatenstich für den Brückenneubau.
Foto: Pauline Lindner/Archiv
Wiesenttal – Zum Artikel „Hohe Förderung für neue Brücke über die Wiesent“ im FT vom 13. Mai 2022:Der Weiler Haag, der über einen einspurig befahrbaren, geteerten...

Zum Artikel „Hohe Förderung für neue Brücke über die Wiesent“ im FT vom 13. Mai 2022:

Der Weiler Haag, der über einen einspurig befahrbaren, geteerten Weg von der Bundesstraße 470 erreichbar ist, soll zukünftig über eine 15 Meter lange, zweispurig befahrbare Betonbrücke über die Wiesent, die zudem in diesem Bereich im Naturschutzgebiet liegt, erreichbar sein.

Handelt es sich dabei nicht eher um eine neue Verbindung zum Gemeindeteil Niederfellendorf, der wegen des maroden Zustandes der Holzbrücke zwischen Streitberg und Niederfellendorf mit schweren Fahrzeugen über diese, ihrem Namen gerecht werdende Gemeindeverbindungsstraße, nicht mehr angefahren werden kann?

Für dieses Brückenbauprojekt sind Bau- und sind Ingenieurkosten angefallen, die auch mit der in Aussicht gestellten Förderung „von ca. 80 Prozent“ der veranschlagten Baukosten von 500.000 Euro den geplanten Eigenanteil des Marktes Wiesenttal ganz erheblich überschreiten werden.

Einheimische Handwerker waren schon immer in der Lage, ein solches Projekt nachhaltig und kostengünstig zu realisieren. Über 500.000 Euro plus X und die Ingenieurkosten minus einer staatlichen Förderung ist einfach zu entscheiden.

Einen Schandfleck für die Ewigkeit unterhalb des Wahrzeichens der Fränkischen Schweiz zu verhindern und sich für ein landschaftlich verträgliches, regional durchführbares Projekt mit einer nicht Steuermittel verschwendenden Förderung zu entscheiden, ist da schon schwieriger. In einer Region, die vom Tourismus lebt, sollte das eigentlich einfach sein, denn nur mit Alleinstellungsmerkmalen kann Interesse geweckt werden.

Mit einer neuen Holzbrücke, deren Lebensalter nach heutigen Konstruktions- und Ausführungsarten weit über 50 Jahre liegen wird, kann auch bei Hochwasser ein breiterer Brückendurchlass gewährleistet werden.

Der Zuschussgeber, der bei diesem Projekt rechtlich durch die Regierung von Oberfranken und fachlich durch das Wasserwirtschaftsamt Kronach vertreten war, hat für mich bei diesem Projekt durch fehlende Beratung und das Aufzeigen von Alternativen seinen gesetzlichen Auftrag nicht erfüllt und ist einer nicht bestreitbaren Fehlentwicklung unterhalb des Wahrzeichens der Fränkischen nicht entschieden entgegengetreten.

Werner Borchert

Wiesenttal