Leserbrief
Es geht um die Größe eines Zehn-Familien-Wohnhauses
Heroldsbach – Zum Bericht „Streit im Steigweg“ vom 22. Oktober: Nicht ein Anwohner hat infrage gestellt, ob es fragwürdig ist, wenn Gemeindemitarbeiter Grundstücke ...

Zum Bericht „Streit im Steigweg“ vom 22. Oktober:

Nicht ein Anwohner hat infrage gestellt, ob es fragwürdig ist, wenn Gemeindemitarbeiter Grundstücke in der eigenen Kommune erwerben. Natürlich dürfen sie das. Unmittelbar anliegende Anwohner haben die Unterschriftenaktion nicht mit unterschrieben, weil sie selbst eigene Stellungnahmen abgegeben haben beziehungsweise dies noch tun werden. Wir waren beim Bauamt, um die Unterlagen einzusehen. Die Frage, ob der Bauamtsleiter einer der Eigentümer des Grundstücks sei, wurde explizit verneint, wir hätten sonst das Gespräch nicht geführt. Er ist aber einer der Eigentümer. Keiner der von uns angesprochenen Gemeinderäte hatte diese Information. Auch der Bürgermeister nicht. Nicht zu vergessen, dass der Bauamtsleiter die Begründung für die Änderung des Flächennutzungsplanes erstellt hat, für sein eigenes Grundstück. Alles Kleinigkeiten? In der Sitzung des Bauausschusses wurde mehrfach betont, dass alles rechtlich sauber sei, man das ja alles hinreichend geprüft habe. Nachdem ein paar Ausschussmitglieder ihre Bedenken äußerten, hieß es dann plötzlich, man sei ja kein Baurechtsexperte. Es ist also alles rechtlich sauber, aber man kennt das Recht dann doch nicht so genau? Zitat: „Dann delegieren wir das an das Landratsamt.“ Uns Anwohnern geht es hier um die Größe und die Tatsache, dass in ein familiäres Gebiet ein Zehn-Familien-Wohnhaus gebaut wird, mit 18 Stellplätzen. An einer Stelle, wo die Verkehrssicherheit schon heute nicht gegeben ist, es im Umfeld keinerlei Parkplätze für Besucher gibt. Ich hatte dem Bürgermeister in einem Telefonat angeboten, dass wir uns das gemeinsam anschauen, er hat sich nicht gemeldet. Nicht nur ich, sondern auch diverse andere Zuhörer haben die Ausschusssitzung als wenig demokratisch geführt empfunden. Der Bürgermeister hatte bei den ersten Argumenten der Gemeinderäte zu anderen Tagesordnungspunkten einen herrischen Tonfall, dass damit jegliche fruchtbare Diskussion erstickt wurde. Mein Vertrauen in die Demokratie meiner Gemeinde ist seit dieser Sitzung erschüttert. Ich kann mit dem Abstimmungsergebnis zu diesem Vorhaben leben, aber nicht mit der Art und Weise, wie hier mit uns Bürgern umgegangen wird. Respekt den Gemeinderäten, die trotzdem etwas gesagt haben.

Astrid Karpinski

Heroldsbach