Klinikum
Für die Patientensicherheit
Katja SeveraQualitätsmanagement
Katja SeveraQualitätsmanagement
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Forchheim – 2020 wurden in Deutschland rund 6200 Behandlungen im Krankenhausbereich beanstandet – und durch die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen bei ...

2020 wurden in Deutschland rund 6200 Behandlungen im Krankenhausbereich beanstandet – und durch die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen bei den Ärztekammern bewertet. Um solche Probleme zu vermeiden, richtet das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz laut Pressemitteilung ein verstärktes Augenmerk auf die Patientensicherheit.

Alle Maßnahmen, die möglich seien, um Schäden in Zusammenhang mit dem Krankenhausaufenthalt zu vermeiden, würden kontinuierlich überprüft und optimiert. Katja Severa, stellvertretende Qualitätsmanagementbeauftragte am Forchheimer Standort, zählt den Operationsbereich zum Hochrisikobereich: „Hier ist viel interprofessionelle Zusammenarbeit gefordert zwischen den Teams – zwischen den OP- und Anästhesie- Pflegekräften sowie den Ärzten – da kann es zu Missverständnissen kommen, deshalb müssen alle Beteiligten eine Sicherheitscheckliste abarbeiten, bevor der Patient in den OP-Bereich gebracht wird.“

Zuerst wird die Identität der Patienten überprüft – dann, dass die Patienten auf dem richtigen OP-Tisch gelagert werden und ob die Seitenmarkierung stimmt. Die Sicherheitscheckliste wurde 2008 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt und umfasst 19 Punkte rund um eine Operation, die beachtet werden müssen. Kann es zum Beispiel zu Komplikationen während der Narkose kommen, weil der Patient im Vorfeld Blutverdünnungsmittel genommen hat? Nach der Narkoseeinleitung kommt die „Team-Time-out“-Phase vor dem ersten Schnitt in die Haut. Der Operateur und das Team stellen den Patienten noch mal vor. Liegt der „richtige“ Patient auf dem OP-Tisch und ist der vorgesehene Eingriff der „richtige“? Erst wenn alle Fragen geprüft sind, beginnt die Operation. Um die Identität jederzeit zweifelsfrei feststellen zu können, erhält jeder stationäre Patient des Klinikums ein Patientenarmband mit einem Barcode, der mit einem Scanner ausgelesen werden kann. Patientenidentifikation, Name, Geschlecht und Geburtsdatum sind hinterlegt und können mit der elektronisch geführten Patientenakte abgeglichen werden.

Das Klinikum an der Wiesent verfügt über eine elektronische Arzneimitteldatenbank, die den originalen Medikationsplan zuerst in der Krankengeschichte automatisiert abspeichert, bevor eine Änderung und Neuausstellung durchgeführt wird. Der Medikationsplan lässt sich auch auf die Krankenkassenkarte schreiben: Für die Patienten ein enormer Vorteil, da bereits ausgestellte Medikationspläne für Behandlungen oder Weiterbehandlungen digital zur Verfügung stehen. red

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