Gräfenberg will raus
Die Grundschule in Gräfenberg
Die Grundschule in Gräfenberg
Foto: Petra Malbrich
Gräfenberg – Die Stadt will den Schulsprengel Igensdorf verlassen, um die eigene Grundschule zu stärken. Doch das ist nicht so einfach.

Gräfenberg will aus dem Schulverband Igensdorf austreten, um die Zweizügigkeit der eigenen Grundschule zu sichern. Doch so einfach ist es nicht und die Igensdorf sind davon nicht begeistert.

Denn Gräfenberg hatte sich verpflichtet, seine Schüler aus Walkersbrunn, Schlichenreuth und Rangen nach Igensdorf zur Schule zu schicken, wenn im Gegenzug Walkersbrunn der politischen Gemeinde Gräfenberg zugeordnet wird. Es sind nur vier Kinder aus den Gräfenberger Außenorten, die derzeit die Grundschule in Igensdorf besuchen.

„Oft fehlten nur ein oder zwei Schüler, damit die Klasse geteilt werden konnte“, erklärt Thorsten Götz, Schulleiter der Grundschule in Gräfenberg. Damit hätte Gräfenberg weiterhin acht Grundschulklassen haben können. Um dies zu sichern, wollte Gräfenberg aus dem Schulsprengel austreten und beschloss das im September 2016 einstimmig im Stadtrat. „Wir hatten die Zweizügigkeit nur knapp oder gar nicht erreicht“, weiß Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW). Ab 29 Kindern wird eine Klasse geteilt. Die Gräfenberger Schule wurde als zweizügig gebaut und hatte immer genug Schüler, bis vor wenigen Jahren.

Kunzmanns hakte bei der Bezirksregierung in Oberfranken nach. Nun gab die Regierung grünes Licht. Die Schüler aus den drei Außenorten dürfen künftig in Gräfenberg die Grundschule besuchen, wenn der Schulverband zustimmt. Zum Schulverband gehören Gräfenberg, Weißenohe und Igensdorf. „Wir werden nicht zustimmen“, sagt Igensdorfs Bürgermeister Edmund Ulm (CSU). Dass Gräfenberg die Zweizügigkeit erhalten möchte und deshalb jedes Kind gebraucht wird, dafür habe Igensdorf durchaus Verständnis. „Auf vier Kinder sind wir derzeit nicht angewiesen“, erklärt Igensdorfs Bürgermeister. „Aber erst ist es Walkersbrunn und dann folgt Pommer. Es ist auch eine politische Entscheidung“, betont Ulm.

„Doch der erste Schritt wäre getan“, sagt Ulm, über die Folgen einer Änderung des Schulsprengels. Zwar ist die Igensdorfer Grundschule dreizügig und derzeit mit etwa 215 Schülern gut besetzt. Doch weitere oder gar größere Baugebiete werden nicht ausgewiesen. In Igensdorf könnte also in einigen Jahren auch um Schüler gekämpft werden.

„Mit den Schülern aus den Gräfenberger Neubaugebieten haben wir wieder sieben Klassen. Nur die zweite Klasse ist derzeit einzügig“, verrät Schulleiter Götz.

Die entscheidende Sitzung des Schulverbands ist am Donnerstag, 6. Mai, um 16 Uhr im Sitzungssaal des Igensdorfer Rathauses.