Ist Paketklau eine neue Masche?
Paketboten sind froh, wenn sie ihre Lieferungen ablegen können und nicht wieder mitnehmen müssen.
Paketboten sind froh, wenn sie ihre Lieferungen ablegen können und nicht wieder mitnehmen müssen.
Foto: Symbolfoto: Christoph Schmidt, dpa
Gräfenberg – Kriminalität  Ein Paar beobachtete im Landkreis Forchheim Hauseingänge. Bürger vermuten, dass sie ausspähten, ob dort Pakete abgestellt wurden. An einem Hintereingang fehlte dann ein abgestelltes Päckchen.

Es ist bequem geworden, bestellte Pakete zu erhalten, selbst wenn man nicht persönlich zu Hause ist. Mit dem Abstell-Okay wird dieser Service angeboten, was gerade seit der Pandemie von Kunden gerne genutzt wird. Auch Heidi Lomitschka gefiel der Service. „Von der Post habe ich die Nachricht erhalten, dass mein Päckchen am gewünschten Ablageort liegt“, sagt Lomitschka, die gerade zum Zustellzeitpunkt unterwegs war. Doch als sie nach Hause kam, lag kein Päckchen am Ablageort.

Dafür wartete eine andere unglaubliche Nachricht auf sie: „Bürger haben beobachtet, dass ein Mann die Gegend absucht und an den Haustüren läutet“, erzählt Lomitschka. Damit solle wohl ausgekundschaftet werden, ob jemand zu Hause ist, vermutet die Friseurmeisterin mit eigenem Laden in Gräfenberg.

Kurze Zeit nachdem der Mann auch bei ihr an der Haustüre geklingelt hatte, kam eine Frau zu der Haustüre. Seitdem fehlt das Päckchen. Die Bürger, die das beobachtet haben, vermuten, das Pärchen arbeitet zusammen.

Schwarz gekleidet

Beide waren schwarz gekleidet und wurden auf Mitte 40 geschätzt. Der Mann war ungefähr 1,80 Meter groß, die blonde Frau hatte ihr Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden. Der Mann kundschaftet zunächst aus, die Frau holt dann die einsamen Päckchen an den Abstellplätzen ab. „Es waren Fremde“, sagt Lomitschka, die das natürlich angezeigt hat. „Bisher war das im Landkreis Forchheim einmalig“, sagt Alexander Stieg, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion in Ebermannstadt. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Paar etwas damit zu tun habe, sei groß.

Doch ebenso könnte es hier einfach eine Zufallsgeschichte sein. Die Deutsche Post jedenfalls sagt, dieser Fall habe nichts mit dem Bestellen in der Pandemie zu tun. Ob solche Fälle vermehrt auftreten, könne nicht genannt werden. Jedenfalls rät die Deutsche Post, einen sicheren Ablageort zu wählen oder eine der anderen angebotenen Optionen.

Der geeignete Ablageort

„Wir empfehlen einen Ablageort auf dem Grundstück des Kunden – trocken und wettergeschützt, für Dritte nicht einsehbar und für den Zusteller frei zugänglich“, sagt Jasmin Derflinger, Pressesprecherin der Deutschen Post. Oder man könne einen der anderen Services in Anspruch nehmen wie Wunschtag, Wunschnachbar, Wunschort oder Wunschzeit, was unter www.paket.de beschrieben ist.

Gut einsehbar war Heidi Lomitschkas Ablageort nicht. Am Hintereingang an der Haustüre sollte das Päckchen abgelegt werden. Dorthin führt eine schmale Gasse zwischen den Häusern, vom Hauptverkehrsweg nicht einsehbar. Aufgrund der unangenehmen Erfahrung lässt sich Heidi Lomitschka künftig ihre Pakete an eine Paketstation liefern. Es sei sicherer, zumal nicht klar sei, ob der Vorfall Teil einer neuen Betrugsmasche sei.

Die Post wird immer am Vormittag ausgefahren, während bei anderen Paketdiensten an jedem Tag zu einer anderen Zeit ausgeliefert wird. „Es war ein kleines Päckchen. Möglicherweise vermuteten sie ein Handy darin“, meint Lomitschka. Falls das Paar es wirklich darauf abgesehen hatte, war dessen Überraschung nach dem Öffnen wohl groß: Denn die Diebe fanden in dem Päckchen nur eine Gemüsebürste.

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