Leserbrief
Kläranlage und anderes mehr: geheime Klärung in Eggolsheim
Eggolsheim – Zum Artikel „Biologische Probleme im Klärwerk“ vom 6. Mai: Die Probleme mit der Kläranlage sind seit langem bekannt, denn der gigantische Ausbau von N...

Zum Artikel „Biologische Probleme im Klärwerk“ vom 6. Mai:

Die Probleme mit der Kläranlage sind seit langem bekannt, denn der gigantische Ausbau von Neuses, Schlammersdorf usw. als Gewerbegebiete sowie der enorme Zuwachs von Wohneinheiten in beiden Gemeindegebieten hat zu dieser prekären Situation geführt.

Dieses immer wieder verschobene Thema, das bei einer neuen Kläranlage mit zig Millionen Kosten für die Eggolsheimer und Hallerndorfer Bürger verbunden ist, kann natürlich auch wahlpolitische Gründe haben und wurde deshalb so lange nicht angegangen, um eine mögliche Wiederwahl nicht zu beeinflussen. Jetzt neigt sich die Ära Schwarzmann dem Ende zu und die längst nötigen, für den Bürger sehr teueren Maßnahmen kommen auf den Tisch.

Zusatzlich kommt noch die geplante Autobahnraststätte hinzu, die nur aufgrund des Engagements des Gemeinderats Martin Distler von den Grünen im FT öffentlich gemacht wurde, und aufzeigt, von welcher Dimension gesprochen wird.

Die Kläranlage kann dieses zusätzliche Volumen sicherlich nicht mehr fassen, und nur ein Neubau mit Kostenverteilung auf die Bürger von Eggolsheim und Hallerndorf kann Abhilfe schaffen. Seltsamerweise wird dieses sicherlich nicht einfache Thema Kläranlage von Bürgermeister Schwarzmann im Bericht als „nichtöffentlich“ tituliert. Weshalb sind solche extrem wichtige Themen eigentlich nichtöffentlich darstellbar, obwohl jeder Bürger davon betroffen ist und die Maßnahme letztendlich auch bezahlen muss? Wird da etwas verheimlicht, eventuell die Kosten?

Dieses Besprechen im kleinen Kämmerlein ist bereits beim Thema Windenergie geschehen, doch dann plötzlich war es öffentlich, als es kritisch wurde. Welch ein Wunder, wie auch im Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 23. März nachzulesen ist.

Auch beim Drohnenüberflug zur digitalen Bürgerinformation Eggolsheim hat sich die Gemeindeverwaltung über eine Vorab-Bürgerinformation hinweggesetzt. Ich habe den Bürgerbeauftragten der bayerischen Staatsregierung, Michael Hofmann, gebeten, diesen Drohnenüberflug über das Gemeindegebiet Eggolsheim rechtlich zu prüfen. Das Ergebnis ist, dass seine Mitarbeiter die Gemeinde aufgefordert haben, künftig die Bewohner vorher über solche Maßnahmen zu informieren. Die Gemeindeverwaltung versprach dies!

In Eggolsheim ist es scheinbar Mode geworden, die Öffentlichkeit erst im Nachhinein zu informieren und vor vollendeten Tatsachen zu stellen. Bürgerbeteiligung stelle ich mir anders vor!

Werner Fechner

Eggolsheim