Kreisel mit Radweg soll es werden
Die Kreuzung im Westen von Neunkirchen ist für Fußgänger und Radfahrer gefährlich, aber auch für Autofahrer.
Die Kreuzung im Westen von Neunkirchen ist für Fußgänger und Radfahrer gefährlich, aber auch für Autofahrer.
Foto: FT-Lokalredaktion
Neunkirchen am Brand – Marktgemeinderat  Die Kreuzung Erlanger Straße/Henkerstegstraße in Neunkirchen am Brand soll durch einen Kreisverkehr mit 30 Metern Durchmesser entschärft werden. Für Radler wird es wohl nur eine Richtung geben.

Die Kreuzung Erlanger Straße/Henkerstegstraße/An den Heuwiesen in Neunkirchen am Brand ist vielbefahren und wird von Fußgängern benutzt, weil dort zwei wichtige Bushaltestellen sind. Die Erlanger Straße, eine Staatsstraße, knickt dort zur Ortsmitte ab. Schon seit mehr als zehn Jahren überlegt man, wie die Situation sicherer gemacht werden kann.

Auch im letzten Wahlkampf war das Thema aller Parteien. Nun legte das Planungsbüro Höhnen und Partner eine konkrete Vorplanung dem Marktgemeinderat vor. 30 Meter Durchmesser sollen die Fahrbahnen eines Kreisels haben, breit genug auch für Gelenkbusse und schwere Lastwagen. „Die Grundstücksgeschäfte sind abgeschlossen, noch offen ist die Radverkehrsführung“, gab Bürgermeister Martin Walz (CSU) der Diskussion vor.

Die bisherige Situation: Von Richtung Dormitz kommt man durchgehend auf einem Radweg in die Ortsmitte. Von der Henkerstegstraße kommend nach Erlangen fehlt im Kreuzungsbereich ein Stück auf Höhe der Bushaltestelle bei der Bäckereifiliale „Der Beck“. Neunkirchen hat eine Wunschlösung, dass der nicht-motorisierte Verkehr bevorrechtigt ist. Dazu gibt es ein rechtliches Hindernis, denn die Kreuzung, die ein Kreisverkehr werden soll, liegt außerhalb der OD-Linie (Ortsdurchfahrt). Das Straßen- und Wegegesetz sieht die Bevorzugung nur innerorts vor.

Übereinstimmend hält man an dieser Kreuzung die Bedingungen wie innerörtlich, weil etliche Geschäfte und der Jugendtreff angrenzen und viel frequentiert werden. Deshalb verfolgten die Planer die Linie „Radfahrer weg von der Fahrbahn, in den Schutz des Seitenraums“. Am äußeren Rand des Kreiselbereichs planen sie deshalb Verflechtungstrecken, wo die Radwege enden, und bevorrechtigte Querungen nahe am Kreisverkehr.

Die Bushaltestellen sollen barrierefrei werden. Das geht vom Gelände her, nur die Wartehäuschen müssen versetzt werden. Walz sieht in den Plänen eine „signifikante Verbesserung“, auch wenn der Radweg ortsauswärts vor dem Supermarkt Rewe endet und man die Straße als Radler queren muss, um seinen Weg auf dem linksseitigen breiten Radweg für zwei Fahrtrichtungen fortzusetzen. Im eigentlichen Kreiselbereich sind die Spuren für Radfahrer immer nur für eine Richtung vorgesehen. Denn der Kreisel hätte doppelt so groß werden müssen, wären die Radwege für zwei Richtungen ausgelegt.

Fast durchgängig waren die Ratsmitglieder von der Qualität der Planung überzeugt. Martin Mehl (CSU) regte eine Verlängerung des Radwegs bis zur notwendigen Querung in der Erlanger Straße ortsauswärts an. Walz hofft auf eine Realisierung im Jahr 2023. Zuvor stehen aber noch schwierige Verhandlungen mit dem Straßenbauamt an.

Wer trägt die Kosten?, heißt die Gretchenfrage. Die Bezirksregierung von Oberfranken hat eine Förderung nach dem Sonderbaulastprogramm ins Spiel gebracht. Denn die Kosten für das Vorhaben werden derzeit auf rund 1,6 Millionen Euro geschätzt. Die Summe könnte der Markt Neunkirchen, auch wenn er keine neue Schule bauen würde, nicht stemmen.

Miriam Novak (Grüne) hätte es gerne, dass „für mehr Sicherheit“ der Radweg bei den Haltestellen hinter den Wartehäuschen vorbeigeführt wird. Für die Westseite fiel Laura Grau (CSU) sofort auf, dass dann der Radweg den Fußgängerweg kreuzen müsse, also eher für mehr Gefahren sorge. Auf der Ostseite müsste Fläche von den Ladenstellplätzen erworben werden, was schwierig sein könnte.

„Dein Vorschlag bringt uns einen Millimeter weiter, kostet aber ein Jahr Verhandlungen“, gab Walz zu bedenken. Helmut Heid (CSU) warnte: „Lasst uns erst einmal die Vorrangregelung für Fußgänger und Radler durchbringen.“

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