Gscheitgut-Wanderung
Krimi in der Kirche, Keller und kerniges Obst
In der Kirche von Weigelshofen lauschten die Teilnehmer Bernd Flessner. Der Autor las aus seinem Krimi.
In der Kirche von Weigelshofen lauschten die Teilnehmer Bernd Flessner. Der Autor las aus seinem Krimi.
Foto: Corinna Brauer
Weigelshofen – Ein idyllischer Bierkeller mitten im Wald, Obstwiesen, auf denen rote Äpfel locken, und biologisches Bier: 40 Gäste waren der Einladung des „Gscheitgu...

Ein idyllischer Bierkeller mitten im Wald, Obstwiesen, auf denen rote Äpfel locken, und biologisches Bier: 40 Gäste waren der Einladung des „Gscheitgut“-Vereins gefolgt und wanderten rund um Weigelshofen. Begleitet wurde die Wanderung durch einen fränkischen Autor – dieses Mal war Bernd Flessner dabei, Zukunftsforscher und Bestsellerautor in Personalunion.

Er las aus seinen Büchern „Ein guter Mord, ein schöner Mord“ und „Der Blaukrautmörder“. Die „Gscheitgut“-Wanderungen sind eine Kooperationsveranstaltung der Volkshochschule (VHS) Forchheim, der Sparkasse Forchheim und des Vereins. Die Mischung aus Kultur, Landschafts(neu-)entdeckung und regionalem Essen gibt es schon im zehnten Jahr.

Weigelshofen ist mehr als 1000 Jahre alt. Hier gibt es nicht nur eine Biobrauerei mit Landquartier und Restaurant, sondern auch noch ein intaktes Dorfleben: Gleich neben der Hauptstraße im ehemaligen Schützenhaus ist der Dorfbackofen untergebracht, der auch heute noch von den Einheimischen befeuert wird. Gleich eine Straße weiter wohnt Bernhard Hischbeck. Der Steinbildhauer wurde mit zahlreichen Designpreisen ausgezeichnet und ist auch für den neuen Altar der katholischen Kirche verantwortlich. In der Kirche lauschten die Teilnehmer gespannt der Geschichte aus dem Buch „Ein guter Mord, ein schöner Mord“ von Bernd Flessner. Der Inhalt spielt – natürlich – in einem fränkischen Wirtshaus.

Am „Schwarzen Keller“ angekommen, wartete bereits Stefan Pfister. Er erzählte, dass sein Urahn 1850 damit begonnen habe, den Keller in den Sandstein zu schlagen. Damals wurde das Bier mit Ochsenkarren hinaufgefahren und fassweise heruntergetragen. Als im 19. Jahrhundert die Stadtbewohner zur Sommerfrische aufs Land kamen, war der „Schwarze Keller“ ein beliebtes Ausflugslokal.

Heute lohnt sich der Aufwand längst nicht mehr: Der Keller liegt zu schattig, es gibt weder fließendes Wasser noch Strom. Was bleibt, ist ein idyllisches Ausflugsziel für Wanderer. Elisabeth Pfister führt den Gasthof in der sechsten Generation.

In den Obstgärten

Nach dem Mittagessen folgte ein Ausflug in die Obstgärten rund um Weigelshofen mit Uwe Hoff. Der ehemalige Kreisfachberater für Gartenbau des Landkreises Bamberg ist ein Apfelexperte und stellte fest: „Die Streuobstwiese ist der artenreichste, von Menschen geschaffene Lebensraum.“ red