Zirkus
Manege frei im „Gössini“
Leuchtende Poi oder Tücher wirken durch die abgedunkelte Manege wie von Zauberhand bewegt.
Leuchtende Poi oder Tücher wirken durch die abgedunkelte Manege wie von Zauberhand bewegt.
Andrea Kohl
Gößweinstein

Schüler werden zu Clowns, Akrobaten, Zauberern, Jongleuren, Fakiren und vielem mehr – Zirkus war angesagt. An der Grund- und Mittelschule Gößweinstein fand gemeinsam mit dem Schulzirkus „Zapp-Zarap“ eine Projektwoche Zirkus „Gössini“ für die erste bis siebte Jahrgangsstufe statt.

Die Kinder wurden ermutigt, ihre Ängste zu überwinden und sich als Artistinnen und Artisten zu präsentieren, Neues auszuprobieren, die Fähigkeiten zu erweitern, die eigenen Grenzen auszutesten oder vielleicht sogar zu überwinden, Hilfestellungen zu geben oder auch von anderen anzunehmen.

All diese Erfahrungen konnten die circa 200 deutschen und 55 ukrainischen Schülerinnen und Schüler während dieses Zirkusprojektes in der Manege machen. Sprachbarrieren wurden dabei sehr kreativ überwunden. Vorbereitend hatten die Lehrerinnen und Lehrer der Grund- und Mittelschule Gößweinstein am Buß- und Bettag eine zirkuspädagogische Fortbildung absolviert. Die Schülerinnen und Schüler suchten selbst aus, in welche Rolle sie während der gesamten Woche beim Zirkusprojekt schlüpfen wollten. Zur Verfügung standen: Zaubern, Hula-Hoop, Clown, Jonglage, Leiterakrobatik, Kugelbalance, Fakir, Feuer und Akrobatik.

Nach Training und Generalprobe begeisterten die Nachwuchsartisten in zwei Shows in der voll besetzten Gößweinsteiner Sporthalle. Die Musik erklang, die Scheinwerfer gingen an und ein schier nicht enden wollender Zug von Artistinnen und Artisten zog mit bunt schillernden Kostümen ein. Egal, ob menschliche Pyramiden auf dem Boden, Artisten, die Kunststücke mit Leitern zeigten oder auf einer großen Kugel balancierten – von Angst war keine Spur zu sehen. Dann wirbelten leuchtende Poi (Bälle an der Schnur) oder Tücher durch die abgedunkelte Manege und wirkten wie von Zauberhand bewegt. Die Feuerkünstler zeigten keine Scheu vor dem heißen Element und löschten ein ums andere Mal die Flammen mit der bloßen Hand. Höchste Konzentration war erforderlich, als die Fakire ihren Auftritt hatten und auf einem Nagelbrett oder Scherbenhaufen standen, saßen, lagen oder sogar sprangen. Bewegt ging es wieder zu, als riesige bunte Hula-Hoop-Reifen geschwungen oder zu verschiedenen Figuren angeordnet wurden. Die Tricks der Zauberer machten neugierig.

Ein Vater mutmaßte nach der Show: „Ob die durchsichtige Schuhe auf den Glasscherben angehabt haben?“ Es kann verraten werden: Nein, mit solchen Tricks arbeiteten die Schüler nicht. Die Kinder standen mit bloßen Füßen auf den Scherben. Alle waren erleichtert und sehr glücklich, dass ihre Aufführungen beim Publikum so gut ankamen. red