Erste Hilfe
Schüler können Leben retten
Zwei Schülerinnen der Adalbert-Stifter-Schule üben die Herzdruckmassage.
Zwei Schülerinnen der Adalbert-Stifter-Schule üben die Herzdruckmassage.
Foto: Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz
Forchheim

Ulrich von Hintzenstern, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum Forchheim- Fränkische Schweiz, hat eine Mission: Er möchte Schüler in die Lage versetzen, in Notsituationen richtig zu reagieren und eine Herzdruckmassage durchzuführen – und damit Lebensretter zu werden. An der Adalbert-Stifter-Mittelschule erklärte er den rund 120 Schülern aus der 7. und 8. Jahrgangsstufe, was ein Herz-Kreislaufstillstand ist, was im Körper passiert und was man als Ersthelfer tun kann.

Anschließend durften die Schüler paarweise eine Herzdruckmassage an Wiederbelebungspuppen üben. Das Projekt wurde 2017 vom Rotary Club Forchheim initiiert, der auch die Wiederbelebungspuppen zum Üben gespendet hat. In etwa 90.000 Fällen pro Jahr sterben Menschen am plötzlichen Herztod in Deutschland. Leider führen hierzulande nur 15 Prozent der Bevölkerung eine Herzdruckmassage durch, im Vergleich zu 60 Prozent in Schweden, wo die Notfallversorgung ein Unterrichtsfach ist.

Bei einem Herz-Kreislaufstillstand beginnen die Zellen im Körper aufgrund von Sauerstoffmangel unterschiedlich schnell abzusterben: Nervenzellen im Gehirn beginnen schon nach vier Minuten ohne Sauerstoff abzusterben. Der Herzmuskel nimmt nach 20 Minuten einen dauerhaften Schaden. Die Überlebenswahrscheinlichkeit sinkt pro Minute um zehn Prozent, wenn keine Wiederbelebungsversuche unternommen werden. Der Rettungswagen trifft aber im Durchschnitt frühestens zehn Minuten nach dem Anruf unter 112 ein, das heißt, dass dem richtigen Handeln des Ersthelfers große Bedeutung zukommt.

Ulrich von Hintzenstern erläutert: „Zuerst muss man prüfen, ob die Person noch bei Bewusstsein ist – Ist sie kontaktfähig? Atmet sie? Dann muss man den Notruf unter 112 wählen oder eine Person in der Nähe darum bitten. Und schließlich beginnt man mit der Herzdruckmassage.“

Für die Herzdruckmassage drücken die Schüler kraftvoll die Mitte des Brustkorbes der Wiederbelebungspuppen mit einer Geschwindigkeit von 100 Mal pro Minute. Um sich diese Geschwindigkeit einzuprägen, schallt „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees aus dem Lautsprecher. Dieser Song hat die 100 Taktschläge pro Minute, die für die Massage notwendig sind. Mehr Informationen unter schuelerrettenleben.de. red

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