Spektakuläres Klanggewitter
Den Auftakt der Balthasar-Neumann-Musiktage in Pinzberg bestritten (von links) Georg Schäffner (Orgel), Benjamin Sebald (Trompete), Christoph Günther (Schlagwerk und Marimbaphon) und Florian Zeh (Trompete).
Den Auftakt der Balthasar-Neumann-Musiktage in Pinzberg bestritten (von links) Georg Schäffner (Orgel), Benjamin Sebald (Trompete), Christoph Günther (Schlagwerk und Marimbaphon) und Florian Zeh (Trompete).
Foto: Karl Heinz Wirth
Pinzberg – Festkonzert  Benjamin Sebald, Florian Zeh, Christoph Günther und Georg Schäffner eröffneten die Balthasar-Neumann-Musiktage in Pinzberg.

„Die Trompete ist ein herrliches Instrument“, schwärmte anno 1619 schon der Komponist Michael Praetorius. „Aber nur, wenn ein guter Meister, der es wohl und künstlich zwingen und regieren kann, darüber kommt.“

Solche Meister waren am Donnerstagabend zum Auftakt der Balthasar-Neumann-Musiktage in der St.-Nikolaus-Kirche in Pinzberg mit erhabener und glanzvoller Pracht am Werk: Benjamin Sebald und Florian Zeh an der Trompete. Christoph Günther am Schlagwerk und Georg Schäffner an der Orgel.

Musikalische Geschichte erzählt

Die Musiker erzählten an diesem Abend eine musikalische Geschichte, wie sie in dieser Intensität selten zu hören ist. Schmetternder Trompetenschall und majestätisches Orgelbrausen, warmer Trommelwirbel und die geheimnisvollen Tonmalereien des Marimbaphons vereinigten sich zu einem spektakulären Klanggewitter, leuchtend, emotional und einzigartig, ein musikalisches Feuerwerk mit abwechslungsreicher und farbiger Instrumentierung.

Die Besucher erlebten zunächst ein Konzert, dessen Wucht und Mächtigkeit an königliche Empfänge in absolutistischen Herrscherzeiten erinnerten. Zu Beginn war es der englische Volkssong „Pastime with good company“, eine Komposition des englischen Königs „Heinrich VII.“, die fesselte.

Im Barockblock nahm das Ensemble die Zuhörer auf eine große Reise durch die Welt berühmter Komponisten mit. Mit Johann Sebastian Bachs „Präludium Es-Dur BWV 552“, „Jesus bleibet meine Freunde“ und Valentin Rathgebers „Concerto op. 6 in D-Dur“ gelang den Künstlern ein glanzvoller Querschnitt durch die barocke Musikepoche.

Hingerissen lauschte das Publikum „Dr. Gradus ad Parnassum“ und „A little Prayer“ von Christoph Günther auf dem Marimbaphon, zwei Solostücke mit sphärischen Klängen zum Dahinschmelzen.

Auch die Klangfülle des weiteren Programms mit barocken Werken verzückte. Mit viel Feinschliff und Einfühlungsvermögen stellten die Trompeter ihr erstklassiges Können bei jedem Stück aufs Neue unter Beweis.

Nahrung für die Seele

Den Höhepunkt festlichen Glanzes verlieh Georg Schäffner auf der Orgel, Meister seines Fachs, zweifacher Kulturpreisträger und Organist an der Basilika in Gößweinstein. Mit wie viel Präzision Schäffner sein Orgelspiel beherrscht, zeigte er vor allem mit sprudelnden Läufen bei raschem Tempo, die exakt wie ein Uhrwerk daherkamen. Nahrung für die Seele waren jedoch seine ruhevollen Sätze in langsam schreitendem oder getragenem Tempo und mit meditativem Charakter. Diese bereicherte er durch feinsinnige Ausgestaltung und durch die mit Bedacht ausgewählten Register.

Stehend dargebrachte Ovationen

In Franz Xaver Schnizers „Minuetto und Presto“ aus der Sonate C-Dur ließ er atemberaubende Tonketten perlen und hatte hier auch Gelegenheit, die Orgel mit furioser und fulminanter Klangpracht auszuloten.

Das Publikum huldigte Benjamin Sebald, Florian Zeh, Christoph Günther und dem Gößweinsteiner Basilika-Organisten mit stehend dargebrachten Ovationen. Die Begeisterung wurde mit emotionsgeladenen Zugaben belohnt.