Unterschriften gegen Kindergarten
Den neue Kindergarten soll links entstehen, rechts das Wohnhaus der Beschwerdeführerin.
Den neue Kindergarten soll links entstehen, rechts das Wohnhaus der Beschwerdeführerin.
Foto: Karl Heinz Wirth
Heroldsbach – Gemeinderat  In seiner jüngsten Sitzung äußerte das Gremium sein Unverständnis über die Haltung der Anwohner.

Wie soll die pädagogische Ausrichtung für den neuen Kindergarten in Oesdorf festgelegt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Gemeinderat Heroldsbach in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause. Die Fachaufsicht am Landratsamt Forchheim wie die Förderstelle bei der Regierung von Oberfranken benötigen zur Prüfung eines Fördermittelantrags eine entsprechende Festlegung. Dafür ist die pädagogische Ausrichtung des Kindergartens zur Festlegung der förderfähigen Fläche ausschlaggebend, da der geplante Mehrzweckraum bei der Größe der Einrichtung nicht förderfähig ist.

In der Julisitzung seien diesbezüglich unterschiedliche pädagogische Ausrichtungen angesprochen worden, erklärte Bürgermeister Benedikt Graf von Bentzel (CSU).

Die Verwaltung schlug nun dem Gremium vor, mit einem Bewegungs- oder Sportkindergarten einen neuen Weg für die Kindertagesstätte in Oesdorf zu beschreiten. Kinder haben einen ungeheuren Bewegungs- und Experimentierdrang. Sie wollen ständig neue Dinge erproben und damit experimentieren so die Meinung aus den Reihen der Räte. Gemeinderat Peter Münch (FWOe) zeigte in der Diskussion deutlich auf, wie wichtig diese Einrichtung in Oesdorf ist. Seit 40 Jahren wünschten sich die Einwohner einen Kindergarten. Dieser wäre eine riesige Bereicherung für alle Bürgerinnen und Bürger in Oesdorf, so Münch. Umso irritierender sei es für die Oesdorfer Gemeinderäte, dass jetzt diejenigen, die jahrelang für einen Kindergarten im Ortsteil gekämpft haben, sich mit einer Unterschriftenliste dagegen aussprächen. „Werden Kinder als Störfaktor betrachtet?“, fragte Münch.

Seit vielen Jahren sei das Grundstück seitens der Gemeinde für einen Kindergarten vorgesehen. Umso enttäuschender sei die Vorgehensweise von Sandra Keiner, deren Grundstück gegenüber dem geplanten Kindergarten liegt. Deren Grundstück lag bis 2015 im Außenbereich und war rechtlich nicht bebaubar. „Auf Bitten der Familie wurden wir als Gemeinderäte gebeten, uns für eine Bebaubarkeit im Außenbereich einzusetzen. Da war schon bekannt, dass das gegenüberliegende Grundstücke für eine Kindertagesstätte festgeschrieben war. Darauf wurde Familie Keiner mehrmals hingewiesen. Die Anliegerstraße zu deren Wohnhaus wurde zur Hälfte von der Gemeinde und somit von der Allgemeinheit mitbezahlt“, so Münch. Im Zuge des Ausbaus sei die Straßenführung so geplant worden, dass Erweiterungen von umliegenden Flächen möglich seien. Ohne Ausbau der Straße und dem Entgegenkommen der Gemeinde wäre eine Baugenehmigung rechtlich nicht möglich gewesen. Münch appellierte an die Anwohner aus dem Baugebiet „Zeerranken“: „Auch, wenn eure Kinder aus dem Kindergartenalter raus sind, werden auch eure Enkel einen Betreuungsplatz brauchen.“ Das Gremium votierte klar für eine Kindertagesstätte in Oesdorf und beschloss abschließend, den neuen Kindergarten pädagogisch als Aktiv-, Bewegungs- und Sportkindergarten auszurichten. Wie das Konzept konkret aussehen soll, wird dem Gemeinderat in der nächsten Sitzung vorgestellt.

Neues Trauzimmer

Mit dem generalsanierten Kuratenhaus und einem ansprechendem Veranstaltungsraum sowie der neu gestalteten Gartenanlage bietet die Gemeinde Heroldsbach zusätzlich eine neue Adresse für den „Bund des Lebens“ berichtet Bürgermeister von Bentzel. Von vielen Brautleuten wurde bisher der Wunsch geäußert nach einem besonderen Ambiente. „Um den Wünschen der Eheschließenden entsprechen zu können“, soll der Veranstaltungsraum im Erdgeschoss des Kuratenhauses als weiteres Trauzimmeraußerhalb des Rathauses gewidmet werden. Nach Auffassung des Bürgermeisters sowie der beiden Standesbeamten wird der Raum als würdig und besonders gut geeignet eingestuft. Der Gemeinderat befürwortete einstimmig, den Veranstaltungsraum als weiteres Trauzimmer außerhalb des Rathauses zuzulassen.