Hochwasserschutz
Was tun, wenn die Regenfälle zum reißenden Fluss anschwellen?
Kunreuth – Beim jüngsten Starkregenereignis war es wieder so weit: Das Wasser läuft die Hänge herab und trifft vor allem die am tiefsten liegenden Anwohner. Auch...

Beim jüngsten Starkregenereignis war es wieder so weit: Das Wasser läuft die Hänge herab und trifft vor allem die am tiefsten liegenden Anwohner. Auch auf der Staatsstraße staut sich das Wasser. Als der Hagel prasselt, hebt es die Gullideckel hoch. Einige Anwohner haben bereits begonnen, Mauern zu ziehen.

Wo in der Gemeinde müssen am dringendsten Maßnahmen zum Schutz von Oberflächenwasser getroffen werden? Nun stellte Zweiter Bürgermeister Edwin Rank den Antrag, auch die Linzwiesen mit der Henninggasse und den Hasengärten zu priorisieren. Die Firma Weyrauther ist für die vorrangig behandelnden Gebiete bereits mit den Planungsarbeiten beauftragt. Die Linzwiese ist einer der tiefsten Punkte in Weingarts, stimmte Bürgermeister Strian (Demokratie) zu. Trotzdem sei die Umsetzung nicht so einfach. Das Oberflächenwasser fassen und in den Toppbach abführen, sei die Idee. Das Problem: Es ist kein durchgängiger Flusslauf vorhanden. In dem Bereich sind zwischen zwölf Höhenmetern Unterschied, die in der Senke zusammenlaufen. Die Fläche nordöstlich habe den Vorteil, dass sie nicht versiegelt ist. „Der Boden kann mehr aufnehmen. Der Bereich ist nicht so gefährdet wie im Bereich der Staatsstraße, die schnell zum Bachlauf wird“, sagte Strian. Der Bürgermeister hob hervor, dass sich Edwin Rank die Mühe gemacht hat, einige Punkte zusammenzuschreiben.

Angst vor dem Wasserstau

In der Umsetzung zum Schutz vor Oberflächenwassermassen sind einige Punkte leicht umzusetzen, andere bedürfen einer Klärung, hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse beispielsweise. So regte Rank an, einen größeren Durchlauf zu setzen und eine Erhöhung von 30 Zentimetern. Diese Erhöhung bereitete ein wenig Skepsis. „Wenn etwas aufstaut, läuft es sofort in die Anwesen hinein“, meinte der Bürgermeister. Auch einige Eigentums- und Grundstücksverhältnisse im Bereich des Bachlaufs müssen geklärt werden. Denn dieser Bachlauf müsse wieder hergestellt werden. Auch eine wasserrechtliche Klärung mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Landratsamt müsse getroffen werden. Ein Konzept zur koordinierten Wasserum- und -ableitung werde nun erstellt und bei der Erhöhung ein Rückstau oder eine Überflutung abgeklärt.

Bei der jüngsten Flut wurden die Gräben vollgeschwemmt. Die Grabenreinigung der außenliegenden Bereiche startete bereits diese Woche. Ernst Strian erklärte zum Vergleich, dass im Norden Deutschlands wie in Zingst beispielsweise viel mit offenen Gräben gearbeitet werde. „Sie haben viel Erfahrung mit der Flut. Das Konzept könnte vielleicht auch für Weingarts passen“, meinte Strian. Dass das Wasser von den Hängen in Gräben gefasst wird oder zumindest Teilbereiche und diese um Weingarts herumgeleitet werden könne. Allerdings bleibt das Wasser von der Staatsstraße. Und die Gärten sind auch noch ein Problem.

Könnte man hier einen großen Schwall unterirdisch abführen? Das ist eine Idee, die der Bürgermeister anregte. Beschlossen wurde, den Graben nach Süden zu verlängern, auszubaggern, bestehende Gräben zu reinigen und den Durchlass mit einem höheren Querschnitt zu versehen.