Ziegen legen Felsen frei
Die Burenziegen von Schäfer Distler aus Egloffstein beweideten dieFelshänge heuer von Mitte Juni bis Mitte November.
Die Burenziegen von Schäfer Distler aus Egloffstein beweideten dieFelshänge heuer von Mitte Juni bis Mitte November.
Foto: privat
Obertrubach – Landschaftspflege  Das erfolgreiche Projekt wurde auf weitere Obertrubacher Felshänge ausgeweitet.

Nachdem die Burenziegen von Schäfer Georg Distler aus Egloffstein bereits im letzten Jahr das Felsmassiv am „Altarstein“ in Obertrubach beweidet hatten, wurde das erfolgreiche Projekt in diesem Jahr fortgesetzt und ausgeweitet. Neben dem „Altarstein“ wurden in und rund um Obertrubach weitere Felshänge in der „Alten Küche“ am Ortsausgang Richtung Bärnfels und am „Blechstein“ nahe dem Kletterinfozentrum freigelegt, was einer Gesamtfläche von knapp drei Hektar entspricht. Die Herde bestand aus 14 jüngeren und einigen erfahrerenen Burenziegen, wovon sogar eine bei der letztjäh-rigen Maßnahme am Altarstein geboren wurde.

Die Beweidung mit Hilfe der Burenziegen entpuppte sich erneut als Ideallösung, um die Verbuschung auf den Felsen nachhaltig und effizient einzudämmen, nachdem in den Jahren zuvor aktive Bürger sowie die Waldgenossenschaft Obertrubach diese Felsmassive mit viel Mühe von Gebüsch und Gehölzaufwuchs befreit haben.

Touristischer Zugewinn

Diese Art der Felsfreilegung stieß bei den zuständigen Behörden, wie dem Landschaftspflegeverband Forchheim, denn auch auf große Begeisterung und auch viele Bewohner haben die Ziegen schon ins Herz geschlossen. Die Beantragung und Organisation übernimmt Andreas Niedling vom Landschaftspflegeverband, die Gelder stellen die Regierung Oberfranken und die Untere Naturschutzbehörde über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien aus staatlichen Mitteln zur Verfügung.

Es ist nicht nur hinsichtlich der Landschaftspflege, sondern auch beim Tourismus ein Gewinn für den Ort. Vier Monate dauerte nun die Ziegenbeweidung, bei der natürlich auch helfende Hände – wie beim Umstecken der Weidezäune oder beim regelmäßigen Befüllen der Wassertränke im Sommer – benötigt wurden. „Wir sind sehr dankbar für die Beweidung und Freilegung unserer einzigartigen Felshänge. Wir unterstützen gerne, wo wir können“, meint Initiator Bernd Reichel.

Auch die Schäfer sind mit dem Ablauf der Beweidung sehr zufrieden. „In Obertrubach ist es sehr schön. Hier ist alles so gut organisiert, es sind immer ortsansässige Bürger da, die uns unterstützen“, sagt Jungschäfer Alexander Distler. Sein Bruder Hans fügt beim Abschied hinzu: „Keine Angst, die Ziegen kommen nächstes Jahr schon wieder nach Obertrubach, ihnen gefällt es hier sehr gut.“

Die zu beweidenden Flächen sollen nächstes Jahr am Ortsausgang Richtung Möchs und an weiteren Felshängen innerorts ausgeweitet werden. Die bisherigen Steilhänge und Felsmassive werden nochmals beweidet, um einen nachhaltigen Verbiss und Rückgang der Verbuschung zu erzielen. Ein beispielloses Projekt, an dem alle Beteiligten langfristig festhalten wollen.