Zwangspause für die Faschingsnarren
Die Wackelzahngarde der Fachingsgesellschaft bei einem Auftritt in der Session 2019/20.
Die Wackelzahngarde der Fachingsgesellschaft bei einem Auftritt in der Session 2019/20.
Foto: Thomas Weichert
Gößweinstein – Corona  Wegen der Pandemie können die Veranstaltungen der Gößweinsteiner Narrenkübel Schwarz-Weiß nicht stattfinden.

Zum 44-jährigen Bestehen der 1978 gegründeten Faschingsgesellschaft Narrenkübel Schwarz-Weiß Gößweinstein war bereits alles geplant. Die Termin für die Jubiläumsprunksitzung in Gößweinstein, die erstmals in der neuen Doppelturnhalle der Schule stattfinden sollte, die zweite Prunksitzung in Gößweinstein sowie die weiteren Veranstaltungen in Pottenstein und Streitberg standen fest. Daraus wird nun nichts, da die Verantwortlichen des Vereins die Reißleine gezogen haben. Wegen Corona fällt nun bereits die zweite Faschingssession buchstäblich ins Wasser.

„Aufgrund der aktuellen Infektionszahlen und der gesetzlichen Vorschriften zur Durchführung von Veranstaltungen hat sich unser Vorstand schweren Herzens dazu entschieden, alle geplanten Veranstaltungen für unsere Jubiläums-Session im Januar und Februar abzusagen um unsere Mitwirkenden und Gäste zu schützen.“ So heißt es zur erneuten Absage auf der Vereinshomepage.

„Es haben sich alle gefreut“

Alle, vor allem die vielen Kinder und Jugendlichen der acht Garden und Tanzgruppen hatten sich schon riesig auf die Faschingssession gefreut. Hatte man doch am 18. November letzten Jahres noch das Rathaus gestürmt und anschließend unter Einhaltung der 2G-Regel im Pfarrzentrum am Kreuzberg die Faschingseröffnung mit Kürung des neuen Prinzenpaares Nadja I. von der Fräuleinsburg und Patrick I. von der Honigsteinburg gefeiert.

Mit einem strengem Sicherheitskonzept und notfalls eben auch dem Teilnahmeverbot für Ungeimpfte und Ungenesene bei den Prunksitzungen sollte Fasching gefeiert werden. „Es haben sich alle gefreut und die Kinderaugen haben geleuchtet“, sagt Narrenkübel-Sprecher Bernhard Bauernschmitt. Denn besonders die Kinder wollten endlich wieder vor Publikum auftreten und ihre Tänze und Kostüme zeigen. „Das ist besonders bedauerlich und schmerzlich, aber alle im Verein haben gesagt, dass es die richtige Entscheidung der Vereinsführung war, alles abzusagen“ , sagt der ehemalige Vorsitzende und jetzige Kassier der Faschingsgesellschaft.

Schon im Dezember hatte der Verein auch das Training der Garden eingestellt, als absehbar war, dass die Infektionzahlen weiter steigen. Seit Oktober 2021 hat sich eigentlich nichts geändert, im Gegenteil, es ist immer schlimmer geworden. Und es sei auch niemandem vermittelbar, dass 200 Leute in dieser Situation, wenn auch in einer viel größeren Halle, klatschen und schunkeln, während Fußballspiele oft vor leeren Rängen stattfinden, betont Bauernschmitt. Selbst die meisten Faschingshardliner in den reihnischen Karnevalshochburgen haben nach Bauernschmitts Recherchen schon die Reißleine gezogen.

Die neue Virusvariante Omikron mache nun jedoch Hoffnung, weil sie meist keine schweren Erkrankungen auslöst. Eine Überlegung des Vorstands ist, dass man die Jubiläumsveranstaltung zum nächsten Faschingsauftakt im November mit dem Rathaussturm zusammenlegt. Ein neues Prinzenpaar muss dann nicht mehr gekürt werden, weil das aktuelle ja noch keine Faschingssession erlebt hat.

Auf Nachfrage bei Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW) bestätigt dieser, das seitens der Gemeinde auch der Faschingsumzug, der traditionell am Faschingssonntag stattfindet, wegen Corona abgesagt wurde.

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen: