Zwölf Jahre nah an den Menschen
Pfarrer Enno Weidt (von links) und Dekan Günther Werner mit Regionalbischöfin Dorothea Greiner
Pfarrer Enno Weidt (von links) und Dekan Günther Werner mit Regionalbischöfin Dorothea Greiner
Foto: Pöhlmann
Muggendorf – Entpflichtung  Günther Werner wurde als Dekan des evangelischen Kirchendekanates Forchheim in den Ruhestand verabschiedet. Für die nächsten drei Jahre verwaltet Pfarrer Enno Weidt dieses Amt.

Bei der Verabschiedung von Günther Werner als Dekan des evangelischen Kirchendekanates Forchheim mit Sitz in Muggendorf stand auch die Frage im Hintergrund, wie es mit dem Dekanat weitergeht.

Die Planstelle wurde nicht neu ausgeschrieben, sondern sein Nachfolger, Pfarrer Enno Weidt, verwaltet das Dekanat als ständiger Vertreter im Amt für die nächsten drei Jahre. Er wird dafür als Pfarrer von St. Johannis in Forchheim um eine halbe Stelle entlastet. Hinter allem steht die Stellenplanung der Landeskirche, wonach bayernweit viele Pfarrstellen eingespart werden müssen beziehungsweise aus Mangel an Pfarrerinnen und Pfarrern zur Zeit nicht besetzt werden können.

Zum letzten Mal auf die vertraute Kanzel

Günther Werner ging zum letzten Mal auf die Kanzel der Laurentiuskirche, die ihm zwölf Jahre lang vertraut war. Dass es der erste Advent und somit der Beginn eines neuen Kirchenjahres war, sei für ihn kein Zufall, denn biblische Geschichten hätten ihn immer angesprochen.

Adventszeit bedeute: „Wir müssen heute die Jünger sein, damit Jesus kommen kann“, sagte der Geistliche. Bei seiner Arbeit in der Kirchengemeinde Muggendorf und dem Dekanat sei er immer bemüht gewesen, dass niemand ausgeschlossen wird.

Ohne Berührungsängste

Vor zwölf Jahren ist Günther Werner Dekan in Muggendorf geworden. Er folgte damals der Bitte von Regionalbischöfin Dorothea Greiner, das Amt des „heimischen“ Dekanates zu übernehmen. Die Kreisdekanin aus Bayreuth war es auch, die Günther Werner von seinem Amt als Dekan entpflichtete und somit in den Ruhestand verabschiedete.

„Mit dem dörflichen Standort hier in Muggendorf harmonierte, dass du ein Mensch bist, der Nähe nicht scheut, sondern gerne auf Menschen zugeht“, erklärte Dorothea Greiner in ihrer Laudatio. „Von dieser Kontaktaufnahme lebten auch deine Predigten, die du nie ausformuliert hast, nur im Ziel durchdacht.“

Werner habe versucht, in den Gesichtern der Menschen zu lesen, um beim Predigen im inneren Dialog mit den Menschen zu sein, erläuterte die Bischöfin. Auch der Prozess zur stärkeren Kooperation zwischen den Dekanatsbezirken habe durch Günther Werner begonnen. Es sei so weit gekommen, dass fünf Bereiche festgelegt wurden, in denen Zusammenarbeit verstärkt verwirklicht werden könne. So sei es ein Anliegen des scheidenden Dekans gewesen, dass die eingeleiteten Prozesse weitergeführt werden.

Bitte an Kirchengemeinde und Dekanat

Der Wunsch von Günther Werner war, dass Pfarrer Enno Weidt das Begonnene zum Ziel führt. „Diesen Vorschlag habe ich unterstützt, weil ich ihm das zutraue“, sagte Dorothea Greiner. „Ich bitte darum, dass die Kirchengemeinde und das Dekanat den amtierenden Dekan annehmen.“

Grußworte sprachen Landrat Hermann Ulm, Regionaldekan Martin Emke für die Ökumene, Wolfgang Streit für den Kirchenvorstand, den Dekanatsausschuss und die Diakonie sowie Peter Zeh für das Pfarrkollegium. Die Abschiedsfeier in der Muggendorfer Laurentiuskirche wurde von Dekanatskantorin Stephanie Spörl an der Orgel, der Band „Seine Freunde“ und dem Posaunenchor Muggendorf musikalisch umrahmt.

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