Gewerkschaft
Deutliche Worte auf der Goger Wiesn
DGB-Maikundgebung in Sand (von links): Frank Firsching, Sandy Koppitz, Helmut Buld, Thomas Dietzel und Winfried Schütz.
DGB-Maikundgebung in Sand (von links): Frank Firsching, Sandy Koppitz, Helmut Buld, Thomas Dietzel und Winfried Schütz.
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Sand am Main – Unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft gestalten“ lud der DGB Unterfranken zu zehn Kundgebungen zum Internationalen Tag der Arbeit im gesamten...

Unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft gestalten“ lud der DGB Unterfranken zu zehn Kundgebungen zum Internationalen Tag der Arbeit im gesamten Regierungsbezirk ein. Auf der Goger Wiesn in Sand war der DGB-Regionalgeschäftsführer Frank Firsching zu Gast und sprach vor rund 30 Anwesenden. Dabei war klar, dass die Maikundgebung heuer von dem Krieg gegen die Ukraine bestimmt ist. Firsching machte klar, was der DGB will: Er fordert die russische Regierung auf, die Kämpfe sofort zu beenden und einem Waffenstillstand zuzustimmen. Jede weitere Eskalation müsse verhindert werden und die territoriale Integrität der Ukraine wieder hergestellt werden. Gleichzeitig gelte die Solidarität den Menschen in der Ukraine, die um ihr Leben und ihre Freiheit kämpften. In Bezug auf die Geflüchteten sei es Aufgabe der Gewerkschaften und der Betriebs- und Personalräte, dafür zu sorgen, dass sie ordentliche Jobs bekommen und nicht als billige Arbeitskräfte von skrupellosen Arbeitgebern ausgebeutet werden, betonte Firsching.

Der Regionalchef hob die Erfolge der Gewerkschaften hervor. So seien durch Kurzarbeit in der Pandemie drei Millionen Arbeitsplätze gerettet worden und in diesem Jahr steige der Mindestlohn auf 12 Euro in der Stunde. Gleichwohl bleibe als Ziel gleicher Lohn für gleiche Arbeit, für Mann und Frau, überall in ganz Deutschland. Außerdem sei eine gerechteres Steuersystem dringend notwendig, denn ehrliche Arbeit werde höher besteuert als leistungslos erworbenes Vermögen, wie Kapitalerträge, Aktiengewinne oder Erbschaften. „Das hat mit Leistungsgerechtigkeit nichts zu tun. Das muss sich ändern!“, forderte Firsching. Dazu habe der DGB ein Konzept vorgelegt, das dem Staat jährliche Mehreinnahmen im zweistelligen Milliardenbereich sichere und gleichzeitig Klein- und Normalverdienende entlaste.

Kreisvorsitzender Sandy Koppitz stellte die unterfränkische DGB-Kampagne vor: „Kommunale Vergabe nur nach sozialen und ökologischen Kriterien“. Bisher vergebe die öffentliche Hand ihre Aufträge oftmals an den billigsten Anbieter, was zu Schmutzkonkurrenz und Lohndumping führe, erklärte Koppitz. Aus Sicht des DGB müsse sich dies ändern. Es könne nicht sein, dass Lohndumping und schlechte Arbeitsbedingungen auch noch staatlich „gefördert” würden. Koppitz übergab an Kreisrat Thomas Dietzel von den Linken die entsprechende schriftliche Forderung mit der Bitte, dies im Kreistag vorzubringen.

Nach alter Tradition stimmten alle Gäste zum Abschluss der Veranstaltung mit ein und sangen das Gewerkschaftslied „Brüder zur Sonne, zur Freiheit“.