Eröffnung
Die neue Ausstellung „Frauen & Wald“ ist im Steigerwald-Zentrum zu sehen
Klaudia Schwarz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt, als eine von nur zwei Amtsleiterinnen eines solchen Amtes ebenfalls eine Pionierin, ging in ihrem Grußwort auf das Selbstbild der „Bäuerin“ ein.
Klaudia Schwarz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt, als eine von nur zwei Amtsleiterinnen eines solchen Amtes ebenfalls eine Pionierin, ging in ihrem Grußwort auf das Selbstbild der „Bäuerin“ ein.
Foto: Constanze Stern
Oberschwarzach – Frauen haben in die Männerdomäne Wald und Forst in den letzten Jahrzehnten Eingang gefunden und behaupten sich – „Bayerns Wald wird eindeutig weiblich...

Frauen haben in die Männerdomäne Wald und Forst in den letzten Jahrzehnten Eingang gefunden und behaupten sich – „Bayerns Wald wird eindeutig weiblicher“, heißt es in einer Pressemitteilung des Steigerwald-Zentrums.

In der Ausstellung „Frauen & Wald“, die von der Bayerischen Landfrauenvereinigung konzipiert wurde, stellt das Steigerwald-Zentrum deshalb acht Frauen aus Bayern vor, die exemplarisch für diese Entwicklung sind: Mit der Vielfalt ihrer Aufgaben von der Forscherin über die Revierleiterin bis hin zur Jägerin und Waldbesitzerin repräsentieren sie die ganze Bandbreite der Tätigkeiten in Wald und Forst.

Barbara Ernwein eröffnete als Vorstandsmitglied des Trägervereins die Ausstellung und steht selbst beispielhaft für einen solchen forstlichen Berufsweg: Nach der Leitung am Baumwipfelpfad Steigerwald hat die Forstwissenschaftlerin erst im Mai dieses Jahres den Chefposten am Forstbetrieb Ebrach und damit die Verantwortung über 17 000 Hektar Wald übernommen – mit drei noch schulpflichtigen Kindern in Corona-Zeiten eine besondere Herausforderung, wie sie anmerkte. Aber auch in ihrem Berufsalltag muss sie sehr flexibel sein: „Man hat mit sehr vielfältigen Arbeitsbereichen zu tun, das macht es sehr abwechslungsreich.“ Von der Anfrage nach einer Stromleitung durch den Wald bis zum Waldkindergarten sei da auch viel Unerwartetes dabei. „Das Schönste ist natürlich, wenn man draußen im Wald mit Besuchern zusammenkommt und ihnen erklären kann, dass man dort für Generationen arbeitet.“

Klaudia Schwarz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt, als eine von nur zwei Amtsleiterinnen eines solchen Amtes ebenfalls eine Pionierin, ging in ihrem Grußwort auf das Selbstbild der „Bäuerin“ ein: „Bin ich als Bäuerin nur die Frau des Landwirtes? Oder bin ich eine echte Mit-Unternehmerin, die mitarbeitet und Verantwortung mitträgt?“ Sie lud junge Frauen dazu ein, sich auch ungewöhnliche, noch von Männern dominierte Berufsbilder zuzutrauen und so vorhandene Rollenbilder zu verändern: „Wir Frauen haben großes Zukunftspotenzial, denn wir sind hoch motiviert, gut ausgebildet und verantwortungsbewusst. So werden wir unseren Traumberuf wählen und gut ausüben können. Trauen wir es uns zu!“ In einem geschichtlichen Rückblick weist die Ausstellung auf die Leistung der Kultur- oder Pflanzfrauen hin, die nach dem Zweiten Weltkrieg Bayerns Waldflächen wieder aufgeforstet haben.

Waltraud Pries vom Landesvorstand der Landfrauen im Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) knüpfte in ihrer Einführung an diese Verdienste an: Aber erst als vor etwa 50 Jahren in Bayern in die Bildung für die Kinder auf dem Land mehr Geld investiert wurde, konnten auch Mädchen unter anderem auf Universitäten gehen und wissenschaftliche Berufe erlernen.

Lucia Stark vom Diözesanvorstand des KDFB ergänzte, dass Wald und Forst bis etwa 1980 eine reine Männerdomäne waren. Inzwischen sind Frauen in allen Sparten der grünen Berufe zu finden, auch in Führungspositionen.

Die Ausstellung wird begleitet durch ein abwechslungsreiches Programm weiterer Angebote des Zentrums, vom Motorsägenkurs nur für Waldbesitzerinnen über Kräuterführungen bis zum angeleiteten Waldbaden. red