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Mit Feuchtbiotopen gegen Trockenheit
Viele Interessenten nahmen am Rundgang durch den Stadtwald mit Stadtförster Patrick Valtenmeier teil.
Viele Interessenten nahmen am Rundgang durch den Stadtwald mit Stadtförster Patrick Valtenmeier teil.
Foto: Gerold Snater
Königsberg in Bayern – Stadtförster Patrick Valtenmeier lud die Bevölkerung Königsbergs zu einem Rundgang ein, bei dem er den rund 1000 Hektar großen Wald mit seinen Besonde...

Stadtförster Patrick Valtenmeier lud die Bevölkerung Königsbergs zu einem Rundgang ein, bei dem er den rund 1000 Hektar großen Wald mit seinen Besonderheiten und Schwierigkeiten vorstellte. Themen waren der Schädling Eichenprachtkäfer, die Eichennaturverjüngung und deren Pflege sowie die Feuchtbiotope.

„Wasserrückhaltung“ lautet das Stichwort, das den Folgen des Klimawandels entgegenwirken soll und in gewissen Bereichen auch dem Hochwasserschutz dient. Um eine längerfristige Wasserversorgung, auch in den trockenen Perioden, zu gewährleisten, muss das Wasser zurückgehalten werden. Valtenmeier wies darauf hin, dass im Stadtwald Königsberg seltene Tiere wie der Schwarzstorch leben, der gerne an Feuchtbiotopen nach Nahrung sucht. Auch Libellen, Amphibien und weitere Wasserbewohner werden den neuen Lebensraum erobern.

Schädlig nutzt Schwächen

Gezeigt wurden bei dem Rundgang auch Schäden, die der Eichenprachtkäfer verursacht. Dieser befällt als wärme- und lichtliebender Sekundärschädling meist geschwächte Eichen. Faktoren, die den Käfer begünstigen, sind Fraßschäden anderer Insekten, extreme Witterungsereignisse sowie der Anbau auf ungeeigneten Standorten. Befallen werden Stiel- und Traubeneichen aller Altersklassen, bevorzugt aber stärkere Bäume. Besonders gefährdet sind Bestände mit Lücken sowie lichte Reinbestände mit Alteichen. Befallen werden lebende Eichen, keine abgestorbenen Bäume oder lagerndes Holz.

Ein weiterer Punkt war die Eichennaturverjüngung, die wesentlich günstiger sei als eine Pflanzung. Sie benötige aber Zeit und angepasste Wildbestände. Zu hohe Schalenwildbestände führen zu einem hohen Verbissdruck insbesondere bei Eiche, Buche und Tanne sowie bei vielen weiteren Laubbaumarten, so der Förster. Die Folge könne sein, dass eine Naturverjüngung sich komplett entmischt oder gar ausfällt. Deshalb seien meist Zäune nötig. sn