Stadt macht ihren Strom selbst
Die Kläranlagen gelten als „Stromfresser“. Deshalb sollen die Klärwerke in Königsberg und Altershausen (unser Bild) mit Photovoltaikanlagen bestückt werden.
Die Kläranlagen gelten als „Stromfresser“. Deshalb sollen die Klärwerke in Königsberg und Altershausen (unser Bild) mit Photovoltaikanlagen bestückt werden.
Foto: Gerold Snater
Königsberg in Bayern – Königsberg will die Photovoltaik ausbauen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 140 000 Euro.

Auf einigen kommunalen Liegenschaften in Königsberg ist die Errichtung von Photovoltaikanlagen geplant. Die Stadt will ihren Strom künftig selbst produzieren – zumindest einen Teil des Bedarfs selbst decken.

Im Rahmen des Energienutzungsplanes des Landkreises Haßberge wurden in der Stadt Königsberg sowohl die Verbrauchswerte der Energie im Bereich Strom, Wärme und Verkehr ermittelt als auch die Potenziale bewertet, um mit erneuerbaren Energien den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren. In der jüngsten Stadtratssitzung wurden nun die ersten Photovoltaikanlagen für kommunale Liegenschaften in Königsberg freigegeben. Umgesetzt werden sollen die Vorhaben, die insgesamt rund 140 000 Euro kosten, bis Anfang 2022.

Davor wurden die kommunalen Liegenschaften der Stadt auf ihre bauliche Eignung geprüft und die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen ermittelt. Dabei stachen die Liegenschaften mit hohem Eigenverbrauch als erste ins Auge. Dies sind vor allem die Kläranlagen im Nassachgrund und in Altershausen als große „Stromfresser“, die sich ideal für den Betrieb einer Photovoltaikanlage eignen. Aber auch die Schule, der Kindergarten, das Feuerwehrgerätehaus und die Stadthalle, von wo aus zum Beispiel die benötigte Energie für das Betreiben der Hackschnitzelheizanlage im Hallenbad, das Hallenbad selbst und die Stadthalle eingespeist werden kann, bieten gute Voraussetzungen, um die Photovoltaikanlagen zu betreiben.

„Die Energiewende ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Generation und spart neben den Kohlendioxidemissionen auch richtig Geld im Stadthaushalt“, so Bürgermeister Claus Bittenbrünn. Die Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte im Landkreis, die GUT Haßberge, hat die Projekte von Anfang an begleitet und ermittelt, dass mit den jetzt beschlossenen Maßnahmen pro Jahr über 70 000 Kilowattstunden Strombezug eingespart werden kann und über 20 Jahre mehr als 850 000 Kilogramm Kohlendioxid vermieden werden können.

Als Betreibermodell wurde im Fall der Dachanlagen der Eigenbetrieb durch die Stadt gewählt. „Wir haben lange über eine Bürgerbeteiligung an den Dachanlagen nachgedacht, jedoch überwiegen eindeutig die Vorteile des Eigenbetriebs durch die Stadt“, kommentiert Marco Siller, Geschäftsführer der GUT Haßberge und als Ortssprecher von Unfinden Mitglied des Königsberger Stadtrates, das Vorhaben. Tatsächlich sind nach seiner Darstellung die Finanzierungsmöglichkeiten der Gemeinden für Photovoltaikanlagen aktuell sehr interessant und der Verwaltungsaufwand ist für die kleinen Anlagen für die Stadt geringer, als er für eine Bürgerbeteiligung wäre. Dennoch ist das Thema Bürgerbeteiligung an Photovoltaikanlagen in Zukunft über Projekte auch im Landkreis angedacht.

Die Stadt plant weitere Schritte mit dem Ziel, die Energiewende in der Kommune sowie im Landkreisverbund zu stemmen. Dabei hilft die GUT, hinter der der Landkreis Haßberge und die Kommunen im Landkreis stehen. sn