Wenn Sand baden geht
So wie hier an einem Badesee in Neutraubling sollen auch am Sander Baggersee Notrufsäulen der Björn-Steiger-Stiftung aufgestellt werden.
So wie hier an einem Badesee in Neutraubling sollen auch am Sander Baggersee Notrufsäulen der Björn-Steiger-Stiftung aufgestellt werden.
Foto: Clemens Paap/Wasserwacht Neutraubling
Sand am Main – Freizeit  Der Gemeinderat befasste sich bei seiner Sitzung mit Möglichkeiten, wie die Bürger ihren Urlaub auch zu Hause genießen könnten. Dabei ging es auch um die Sicherheit.

Die Sicherheit am Sander Baggersee soll mit Notrufsäulen erhöht werden. Der Gemeinderat entschied am Dienstag in seiner Sitzung positiv über einen Antrag der Freien Sander Bürger (FSB), die das Vorhaben in Zusammenarbeit mit der Wasserwacht Sand/Zeil und der Björn-Steiger-Stiftung vorgeschlagen haben.

Johannes Rennert, stellvertretender Vorsitzender der Wasserwacht-Ortsgruppe Sand/Zeil und Einsatzleiter Wasserrettung im Landkreis Haßberge, erklärte ausführlich die Einzelheiten zu dem Projekt. Die Notrufsäulen werden direkt mit der Integrierten Leitstelle (ILS) Schweinfurt verbunden und sind per Knopfdruck einfach zu bedienen. Durch die Funkanbindung mit dem LTE-Netz wird eine gute Sprachqualität garantiert und auch gleichzeitig die GPS-Position der Notrufsäule an die Leitstelle weitergegeben.

„Können Leben retten“

„Notrufsäulen können Leben retten, denn gerade beim Baden hat man nicht immer ein Handy direkt zur Hand“, sagte Rennert. Für die Gemeinde entstünden keine Kosten, denn die Björn-Steiger-Stiftung finanziere aus ihrem Spendenaufkommen die Anschaffung und Wartung. Einzig ein kleines Fundament müsse der Gemeindebauhof herstellen. Bei Hochwassergefahr könnten die Notrufsäulen schnell und unkompliziert abgebaut werden.

Die Gemeinderatsmitglieder einigten sich darauf, dass die Standorte für die Notrufsäulen bei einem gemeinsamen Termin zusammen mit den Einsatzkräften der Wasserrettung bestimmt werden sollen.

13 Jahre später: neuer Versuch

Ein weiterer Antrag der Freien Sander Bürger wurde ebenfalls im Gemeinderat behandelt. Dieser sieht die Errichtung eines Dorfstrandes vor. Dabei soll der Bevölkerung die Möglichkeit gegeben werden, außerhalb des Campingplatzgeländes baden zu gehen. Für das Vorhaben hat man in Sand dabei eine Fläche in der Nähe der Wasserwacht-Rettungsstation im Blick.

Bereits vor 13 Jahren wurde ein nahezu gleichlautender Antrag auf Realisierung eines unabhängigen Dorfstrandes gestellt – und abgelehnt. Dritter Bürgermeister Jörg Kümmel (FSB) begründete den jetzigen Antrag mit einer völlig neuen Situation: „Aufgrund der Corona-Pandemie gewinnen ortsnahe Erholungsmöglichkeiten immer mehr an Bedeutung.“

Wer haftet bei Unfällen?

Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD – Sander Bürgerliste) gab zu bedenken, dass zuerst die Haftungsfrage geklärt werden müsse. Der Gemeinderat beschloss mit einer Gegenstimme, demnächst eine entsprechende Anfrage an das Landratsamt zu stellen.