Kirchweih
Ausklang mit Austanzen: Kirchweihlieder mit Spickzettel
Stolze Teilnehmer präsentieren sich zum Gruppenbild.
Stolze Teilnehmer präsentieren sich zum Gruppenbild.
Foto: Manfred Welker
Untermembach

Am Montagabend stand das „Maien rausdanzn“ in Untermembach als krönender Abschluss der Kerwa auf dem Programm. Damit klang nach einem intensiven Wochenende für die Ortsburschen die Kerwa aus. In diesem Jahr nahmen 17 Paare aus den drei Membach-Orten daran teil.

Gegen 18 Uhr zogen die Ortsburschen vom Festplatz mit Unterstützung der Musik in das Dorf, um dort ihre Tanzpartnerinnen abzuholen. An der Spitze wurde der Weidenbuschen vorangetragen, der von den Mädchen mit bunten Bändern geschmückt worden war. Erst am Treffpunkt erhielten die Ortsburschen die geschmückten Schürzen von ihren Tanzpartnerinnen umgelegt.

Zum Festplatz zurückgekehrt, konnten die Paare den Kirchweihbaum umrunden. Auf einem Tisch befand sich unter einem Tuch der Wecker, der zu einer unvorhersehbaren Zeit laut schellen würde. Wer den Buschen gerade in Händen hielt, der musste auch ein Kirchweihlied zum Besten geben. Dazu wurde gelegentlich ein kleiner Spickzettel zu Hilfe genommen.

Dabei spielten sie auf Ereignisse des vergangenen Jahres an und hielten vor allem ihr „Memba“ hoch. Alle waren froh, dass es nach zwei Jahren Pause wieder eine Kerwa in Memba gab. „Die ledsdn zwa Jahr, die warn gar ned schön, doch etz is wieder Kerwa, ach wie is des schön.“

Aufs Korn genommen wurden natürlich die Heßdorfer Ortsburschen. Ein Lied lautete: „Die Heßdorfer Kerwa, die war hald schlechd, am Samstag sen die Ortsmadli nach Neuhaus geflüchd!“ Ein weiterer Ortsbewohner wurde auf die Schippe genommen: „Der Harry wollt ka Kerwa machn, da warn mir frusdrierd, drum ham mir in zwa Wochn die Kerwa organisierd!“

Der Buschen wurde dann nach jeder Runde an das nächste Paar weitergereicht. Die 17 Paare umrundeten auf diese Weise den Kerwasbaum bis zum befürchteten oder auch ersehnten Klingeln des Weckers nach 22 Minuten. Es gewannen eindeutig Maxi Nagel und seine Partnerin Sandra Junggunst. Sie erhielten beide eine Schärpe mit der Aufschrift „Raustanzen Untermembach 2022“ umgelegt.

Manchen Mitwirkenden war dagegen die Erleichterung anzumerken. Denn nach altem Brauch muss der Sieger beim Raustanzen die Mitwirkenden aushalten, was aber erst in einiger Zeit der Fall sein wird. Nach diesen Anstrengungen zogen die Paare dann in das Festzelt, wo Maxi und Sandra gemeinsam ihre Tanzkünste vor dem Publikum zum Besten gaben.

Mit großer Genugtuung konnten die Ortsburschen auf die gelungenen Veranstaltungen zurückblicken. „Alle Programmpunkte verliefen wie geplant. Vor allem gelang es keinen Burschen aus den umliegenden Ortschaften, den Kirchweihbaum zu schälen“, wurde festgestellt.

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