Gymnasium
Brücke zu Eltern aufgebaut
Der renovierte und nun gesicherte, zehn Meter tiefe Brunnen der Wüstung Sichartshof zwischen Mailach und Fetzelhofen
Der renovierte und nun gesicherte, zehn Meter tiefe Brunnen der Wüstung Sichartshof zwischen Mailach und Fetzelhofen
Foto: Kl. Strienz
Höchstadt a. d. Aisch – Eine bewährte Veranstaltung führte das Gymnasium am Wochenende in Fetzelhofen/Lonnerstadt durch. Die Leiter des Wahlfaches „Technisches ExperiMINTiere...

Eine bewährte Veranstaltung führte das Gymnasium am Wochenende in Fetzelhofen/Lonnerstadt durch. Die Leiter des Wahlfaches „Technisches ExperiMINTieren“, Oberstudienrat Achim Engelhardt und Studienrat Tobias Kanzler, hatten zu einer Eltern-Schüler-Wanderung von der Dorflinde zur Wüstung Sichartshof unter der Führung von Studiendirektor Klaus Strienz eingeladen.

Der sehr gut beschilderte Wanderweg führte vorbei am neuen Fetzelhofener „Rübezahl“, einer riesigen Figur, die erst kürzlich von einem Bamberger „Motorsägen-Schnitzer“ gefertigt wurde. Auf dem weiteren Weg nutzte man eine mittelalterliche Hochstraße und gedachte der britischen Piloten, die während des Zweiten Weltkriegs hier 1943 mit ihrem Bomber vom Typ Halifax abstürzten und verbrannten. Waldeigner Hermann Popp hat den Vorfall mit britischen Historikern recherchiert und einen Gedenkstein mit den Namen der Soldaten und eine Erläuterungstafel aufgestellt.

Endziel der Familienwanderung war die sehr gut dokumentierte Wüstung Sichartshof. Auch hier hat Hermann Popp mit seinem sehr rührigen Team viele Stunden gearbeitet, um den verfallenen, rund zehn Meter tiefen Siedlungsbrunnen zu sichern und auszubauen. Große Informationstafeln wurden errichtet, und sogar eine überdachte Sitzbank lädt die Wanderer ein.

Schließlich öffnete Gastwirt Hermann Popp seine bewährte Scheune für die Gäste aus dem westlichen Landkreis. Hier referierte Achim Engelhardt über das pädagogische Konzept des Wahlfaches „Technisches ExperiMINTieren“. Das Wahlfach ist ein „pädagogische Labor“, es gibt keine Noten. Das Lernen erfolgt primär durch das „Begreifen“. Die Noten vergeben die Naturgesetze. Bei Beachtung derselben funktionieren die Modelle bzw. Objekte. Fehler dürfen und sollen durchaus gemacht werden, um daraus zu lernen. Die Schüler sollen durchaus kreativ sein, werden also aufgefordert „ver-rückt“, eben nicht immer in den gewohnten Bahnen, zu denken. Als ausgezeichnete MINT-Excellence-Schule nahm das Gymnasium schon an vielen Präsentationen von München bis Berlin und Moskau/Kaluga teil.

Während des klassischen Unterrichts steht für den Lehrer meist der Kontakt mit dem Schüler und dem Lehrplan im Mittelpunkt. Leider kommt der so wichtige Kontakt mit den Schülereltern deshalb häufig viel zu kurz. Der von erfreulich vielen Eltern genutzte „Wandertag“ mit den idealen Rahmenbedingungen ermöglichte, genau diese Kontakte aufzubauen. Klaus Strienz