Denkmaltag
Die alte Synagoge entdecken
Der einstige Betsaal ist gut erhalten.
Der einstige Betsaal ist gut erhalten.
Foto: privat
Mühlhausen – Hinter einer eher unscheinbaren Fassade mit großem hölzernen Scheunentor verbergen sich die reich mit Stuck und Farbe verzierten Räume der ehemaligen ...

Hinter einer eher unscheinbaren Fassade mit großem hölzernen Scheunentor verbergen sich die reich mit Stuck und Farbe verzierten Räume der ehemaligen Synagoge Mühlhausen. Errichtet wurde sie 1755/56 im barocken Stil. Doch was ist Originalzustand? Was wurde im Laufe der Zeit umgebaut? Welche Spuren haben der Novemberpogrom von 1938 und die spätere Nutzung als Garage und Lagerhalle am Gebäude hinterlassen? Wie kann eine zukünftige Restaurierung des Gebäudes aussehen?

Unter dem Motto „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ können Besucher zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals diesen Fragen in der ehemaligen Synagoge Mühlhausen nachgehen. Im einstmaligen Betsaal, dessen Deckenverzierung heute noch von der Pracht des Gebäudes zeugt, informiert der Verein Forum Alte Synagoge Mühlhausen über die verschiedenen Bauphasen des ehemaligen Gotteshauses, wie sie aus den Bauuntersuchungen des vergangenen Jahres rekonstruiert werden können, sowie über einen Sanierungsvorschlag und über die ersten Ergebnisse aus der Untersuchung der Mühlhausener Genisa. Ausgestellt sind zudem einige Zeichnungen und Gemälde zum Thema „Wege der jüdischen Geschichte“ der Höchstadter Künstlerin Irina Gerschmann. Interessierte können die ehemalige Synagoge am Samstag, 11. September, und am Sonntag, 12. September, jeweils von 13 bis 18 Uhr besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Märchen und Musik

Außerdem setzt der Verein die Reihe „Kunst und Kultur“ in der ehemaligen Synagoge Mühlhausen anlässlich des Jubiläumsjahrs „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ fort. Am Samstag, 18. September, ab 18 Uhr tragen Erzählerinnen der Europäischen Märchengesellschaft jüdische Legenden und Märchen vor. Den Abschluss der Reihe bildet am Sonntag, 19. September, ab 15 Uhr das Konzert „Eine Reise durch Aschkenas. Die Fahrten des Abraham Levie, 1719-1723“ des Ensembles Simkhat Hanefesh mit wiederentdeckter jüdischer Musik aus Renaissance und Barock. Für diese beiden Veranstaltungen ist eine Kartenreservierung unter info@synagoge-muehlhausen.de notwendig. Der Kartenpreis beträgt zehn Euro.

Alle Veranstaltungen finden in der ehemaligen Synagoge Mühlhausen, Schlossweg 5 in Mühlhausen statt. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen gibt es auf www.synagoge-muehlhausen.de. Die aktuellen Hinweise zu den Hygienemaßnahmen und Verhaltensregeln sind zu beachten. red