Die Livemusik ist zurück
„Night Patrol“ spielten Rock-Klassiker der 1970er und 1980er Jahre.
„Night Patrol“ spielten Rock-Klassiker der 1970er und 1980er Jahre.
Foto: Verena Stephan
Herzogenaurach – Herzo-Sommerfest  Das Wochenende brachte mit verschiedenen Konzerten ein Stück Normalität zurück.

Ein Hauch von Normalität ließ sich am Wochenende beim Herzo-Sommerfest bei der Musicbase MIH erahnen. Als Entschädigung für die ausgefallenen städtischen Feste organisierte das Amt für Stadtmarketing und Kultur verschiedene Sommerkonzerte auf dem Gelände der Musikinitiative Herzogenaurach. Zwischen Livemusik, Biergarnituren, der Getränkehütte der Handballabteilung der TSH und der Bude von Sicker’s Schmankerl Eck kam tatsächlich etwas Kirchweih-Stimmung auf – wenn auch sehr minimalistisch. Am Freitag spielten zum Auftakt „Russell & Smiley“ und anschließend „Night Patrol“ vor etwa 100 Gästen.

„Night Patrol“ heizte das Publikum mit Classic Rock der 70er und 80er ein. Im Anschluss spielten noch „The Crazy Blues Band“ und die „Traveling Playmates“ für das begeisterte Publikum. In Gedenken an ZZ-Top-Bassist Dusty Hill, der erst Ende Juli verstarb, spielte „The Crazy Blues Band“ den „Blue Jean Blues“ und hatte ihren eigenen Dusty Hill dabei: Bassist Bernhard „Börny“ Panzer klebte sich dafür kurzerhand einen weißen Rauschebart auf.

Wie auch beim Altstadtfest war Florian Spiegelschmidt der Mann an Licht und Ton und ließ das Gebäude der MIH und die Bühne bunt erleuchten. „Wir haben versucht, dem Altstadtfest möglichst nahe zu kommen“, erklärt Helmut Biehler vom Amt für Stadtmarketing und Kultur. „Deshalb haben wir auch am Sonntag schon ab 14.30 Uhr Konzerte, eben wie beim Altstadtfest sonst auch.“

Flexible Planung

In der Planung mussten die Organisatoren sehr flexibel bleiben und ständig das Konzept an neue Hygieneregelungen anpassen. „Ursprünglich war zum Beispiel geplant, dass nach einem Konzert mit zwei Bands alle Zuhörer das Gelände verlassen müssen, wir die Sitzplätze desinfizieren und dann erneut mit dem Einlass starten“, berichtet Biehler. Das sei dann aber kurzfristig aufgehoben worden.

Die auftretenden Bands waren teils identisch mit dem geplanten Line-Up fürs Altstadtfest, teils waren diese Bands nicht mehr für das Sommerfest verfügbar, weshalb man in Kooperation mit Thomas Schönfelder und seinem Team der MIH andere Musiker für einen Auftritt anfragte. So spielten am Samstag „Sonus“, „[Jo:]“, „The Lasts und The Bowie Project: Crawlers from Venus“. Am Sonntag dann SAM, „Sunday Morning Orchestra“, „One Chord Left“ und die „Amelia de Vries Band“.

Auch für Samstag und Sonntag wurden einige Karten verkauft, 58 Doppelplätze am Samstag und 34 Doppelplätze am Sonntag (Stand Freitagabend). Die Organisatoren waren froh über die vielen Bands, die sich bereit erklärt hatten aufzutreten: „Man weiß ja auch nicht, wie die Bands reagieren, wenn man ihnen sagt, dass nur wenig Publikum im Vergleich zum Altstadtfest da sein wird und es feste Sitzplätze gibt“, gibt Helmut Biehler zu. Die meisten Musiker schienen schließlich einfach nur froh zu sein, überhaupt einen Auftritt zu haben, egal vor wie vielen Menschen.